Flüchtlinge warten in Mytilini auf der griechischen Insel Lesbos auf ihre Registrierung. © Aris Messinis/AFP/Getty Images

Angesichts des anhaltenden Zustroms von Flüchtlingen fordert der Direktor der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, zur Sicherung der Außengrenzen der Europäischen Union mehr Beamte für seine Behörde. "Ich erwarte von den EU-Mitgliedsstaaten, dass sie mehr Grenzbeamte zur Verfügung stellen", sagte Leggeri im ZDF-Morgenmagazin. Griechenland wolle mehr Personal von den Mitgliedstaaten.

Da die Mitgliedstaaten selbst aber zunehmend überfordert seien, erwägt Leggeri für die Registrierung von Flüchtlingen auch den Einsatz von Privatfirmen. Es müsse jetzt darüber nachgedacht werden, "ob man wirklich Grenzbeamte braucht, oder könnten andere Beamte oder andere Arbeiter in einem privaten Vertrag das machen".

Nach Leggeris Angaben setzt Frontex inzwischen 750 EU-Grenzbeamte ein, um etwa bei der Seerettung von Bootsflüchtlingen zu helfen, die aus der Türkei nach Griechenland gelangen. 200 dieser Beamten helfen laut Leggeri bei der Registrierung der Flüchtlinge.

Der Türkei warf er vor, illegal eingereiste Flüchtlinge nicht – wie in bilateralen Abkommen festgelegt – zurückzunehmen und auch im Kampf gegen Schleuser nicht durchzugreifen. Die Regierung in Ankara müsse besser mit der EU und mit den Nachbarn Griechenland und Bulgarien zusammenarbeiten, sagte der Frontex-Chef. Die EU will der Türkei drei Milliarden Euro zahlen, damit die Lebensbedingungen der inzwischen 2,5 Millionen Syrien-Flüchtlinge in der Türkei und der Grenzschutz verbessert werden. Das Ziel ist, dass weniger Flüchtlinge in die EU weiterreisen.

Leggeri sprach mit Blick auf die aktuellen Flüchtlingsbewegungen von einem "historischen Ereignis". "2015 haben wir 1,8 Millionen irreguläre Grenzübertritte auf EU-Ebene festgestellt." Kein EU-Mitgliedsstaat könne alleine dieses Problem lösen. In einem Interview sagte Leggeri kürzlich, dass trotz des Winterwetters täglich noch immer 2.000 bis 3.000 Flüchtlinge über die Ägäis in Griechenland ankämen. Hochgerechnet seien das immer noch eine Million Menschen für das Jahr 2016.