Deutsche und niederländische Soldaten der schnellen Eingreiftruppe trainieren gemeinsam. © Sascha Schuermann/Getty Images

Die europäischen Inlandsgeheimdienste wollen sich im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus enger verzahnen. Dazu werde im ersten Halbjahr 2016 eine Plattform eingerichtet, die den Austausch von Erkenntnissen vereinfachen und beschleunigen solle, kündigten der Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen und der Chef des niederländischen Geheimdienstes AIVD, Rob Bertholee, an.

Die Plattform wird von der europäischen Counter Terrorism Group (CTG, deutsch: Anti-Terror-Gruppe) ins Leben gerufen. Die CTG wurde als Konsequenz aus den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA zur Bekämpfung des islamistischen Terrors in Europa gegründet. Sie ist ein informelles Bündnis von 30 Geheimdiensten – vertreten sind die Inlandsdienste aller EU-Staaten sowie von Norwegen und der Schweiz. Bertholee ist aktuell der CTG-Vorsitzende.

Bertholee sagte, mit der neuen Plattform würden "die europäischen Nachrichten- und Sicherheitsdienste in der Lage sein, Erkenntnisse zu ausländischen Kämpfern und der Bedrohung, die von ihnen und ihren Mitstreitern ausgeht, auf multilateraler Basis so schnell und umfassend wie möglich auszutauschen". Die CTG organisiert gemeinsame Analyseprojekte und erstellt Bedrohungslagebilder, die neben den nationalen Institutionen auch der EU zur Verfügung gestellt werden.

Verfassungsschutz-Präsident Maaßen sagt zu der neuen Kooperation: "Die Terroranschläge in Europa wie zuletzt in Frankreich haben immer wieder gezeigt, dass sowohl der IS als auch Al-Kaida in internationalen Netzwerken operieren." Um weitere Anschläge durch ausländische Kämpfer zu verhindern, müssten den europäischen Nachrichten- und Sicherheitsdiensten alle relevanten Informationen zur Verfügung stehen. Diese Herausforderung lasse sich nur meistern, wenn die CTG weiterentwickelt werde und noch enger zusammenarbeite.

Häufig Täter aus dem Nahen Osten

Die Anschläge der vergangenen Jahre in Frankreich und Belgien wurden meist von Tätern verübt, die im Nahen Osten Kampferfahrung gesammelt hatten oder von dort stammten. Unter anderem die Spuren, die sie bei ihren Reisen in und außerhalb Europas hinterlassen, wollen die Nachrichtendienste rascher austauschen und auswerten.