Athens Hauptbahnhof: Auch der Bahnverkehr ist von dem Streik betroffen. © Alkis Konstantinidis/Reuters

Aus Protest gegen eine geplante Rentenreform haben am Donnerstagmorgen in Griechenland umfangreiche Streiks begonnen. Am Generalstreik, den die Gewerkschaften ausgerufen hatten, nehmen fast alle Berufsgruppen teil. Es soll eine der größten Aktionen seit Jahren werden.

Bestreikt werden unter anderem Ministerien, Schulen und der Bahnverkehr. In Piräus lief keine Fähre aus, Landwirte blockieren wichtige Straßenverbindungen. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandeln nur Notfälle, auch die meisten Apotheken und Läden bleiben geschlossen. Da auch die Rechtsanwälte streiken, haben zudem die Gerichte ihre Arbeit eingestellt.

Um die Mittagszeit sind in Athen und anderen Städten zudem Demonstrationen geplant. Aus Angst vor Ausschreitungen zeigte die Polizei im Zentrum der Hauptstadt bereits am Morgen starke Präsenz.

Breite Ablehnung der Reformen

Die Pläne der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras sehen unter anderem eine deutliche Anhebung der Sozialversicherungsbeiträge vor. Dadurch soll das Minus von 800 Millionen in der Rentenkasse reduziert werden. Sowohl Sozialisten als auch Konservative fürchten allerdings, dass die höheren Abgaben die Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung fördern könnten.

Tsipras hatte die Pläne zuletzt verteidigt. "Die Rentenreform ist notwendig – nicht in erster Linie, weil die Gläubiger sie verlangen, sondern weil das System nicht tragfähig ist", sagte der Ministerpräsident. "Wir haben hier ein Problem, das irgendwann explodieren wird, wenn wir nichts tun."