Irak - Zahlreiche Tote bei Anschlägen in Bagdad In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind bei zwei Anschlägen am Sonntag mindestens 70 Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden.

Bei Bombenanschlägen sind in einem Schiitenviertel in Bagdad mindestens 24 Menschen gestorben. Wie Sicherheitsbeamte und Einsatzkräfte mitteilten, ereigneten sich die zwei Explosionen auf einem Markt in Sadr City, einem Viertel im Norden der irakischen Hauptstadt. Mindestens 70 Menschen seien nach Angaben der Polizei getötet und 100 weitere verletzt worden.

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich in einer im Internet veröffentlichten Erklärung zu den Taten. Sie seien von zwei Selbstmordattentätern verübt worden, die Sprengstoffgürtel gezündet hätten. 

Die irakische Nachrichtenseite Alsumaria berichtete unter Verweis auf die Polizei, ein Attentäter sei auf einem Motorrad unterwegs gewesen. Er habe sich nahe einer Gruppe von Menschen auf einem Markt in die Luft gesprengt. Die Opfer hätten vor einem Laden für Mobiltelefone gestanden.

Im Jahr 2014 hatte der IS große Gebiete nördlich und westlich von Bagdad überrannt. Der sunnitische IS betrachtet Schiiten, die im Irak in der Mehrheit sind, als Falschgläubige. Die Dschihadisten verüben daher immer wieder gezielt Anschläge auf Schiiten.

IS-Angriff in Abu Ghraib

Der IS verübte nach Angaben von Sicherheitsbeamten zudem einen Angriff auf eine Armeestellung in der Gegend von Abu Ghraib im Westen von Bagdad und eroberte sie zwischenzeitlich. Nach dem Eintreffen von Verstärkung hätten die Regierungstruppen die Stellung aber zurückerobert.

Bei den Kämpfen wurden den Angaben zufolge mindestens acht Menschen, darunter Soldaten und Kämpfer verbündeter Milizen, getötet und 22 weitere verletzt.