Mehr als 580 Frauen bewerben sich bei der Parlamentswahl im Iran am 26. Februar um einen Abgeordnetensitz. Dies seien doppelt so viele wie vor vier Jahren und daher ein neuer Rekord im Land, sagte Innenbehörden-Sprecher Hussein-Ali Amiri.

Besonders die Reformer, die Präsident Hassan Ruhani nahe stehen, wollen dieses Jahr mehr Frauen als Kandidaten aufstellen. Auch Ruhani setzt sich für einen höheren Frauenanteil im Parlament ein. "Wie soll man im Land von Entwicklung und Fortschritt reden, dabei aber den 50-prozentigen Anteil der Frauen in der Bevölkerung ignorieren", sagte der Präsident.

Die Reformer konkurrieren gegen die Konservativen und Hardliner, die in den vergangenen drei Legislaturperioden das Parlament fest in der Hand hatten.

Irans Ex-Präsident Mohammed Chātami hatte die Wähler zuvor trotz des herrschenden Drucks auf reformfreudige Kandidaten zur Abgabe ihrer Stimmen bei den herannahenden Wahlen ermutigt. Die Teilnahme diene dem nationalen Interesse, hieß es in einer Erklärung des nach wie vor einflussreichen Reformpolitikers, der von 1997 bis 2005 iranischer Präsident war. 

Reformwillige Kräfte hoffen bei der Wahl auf großen Stimmenzuwachs als Folge des Atomdeals und der damit weggefallenen Wirtschaftssanktionen.