Das irische Regierungsbündnis hat bei der Parlamentswahl ersten Prognosen zufolge drastische Verluste erlitten. Die regierende Mitte-rechts-Partei Fine Gael von Ministerpräsident Enda Kenny kam laut einer von der Irish Times veröffentlichten Nachwahlbefragung nur auf 26,1 Prozent. Bei der Wahl 2011 lag sie bei 36,1 Prozent. Der Koalitionspartner, die linksgerichtete Labour-Partei, erhielt demnach nur noch 7,8 Prozent im Vergleich zu 19,5 Prozent vor fünf Jahren. Rund drei Millionen Wahlberechtigte konnten ihre Stimmen abgeben.

Für eine Wiederwahl müssten die beiden Parteien zusammen auf 41 bis 42 Prozent kommen. Die Bildung einer neuen Regierung dürfte damit schwierig werden. Trifft die Prognose zu, wäre es auch für die Opposition problematisch, ein Bündnis zu bilden.

Die konservative Fianna Fail, die Irland jahrelang regiert hatte, kam den Prognosen zufolge auf 22,9 Prozent, die nationalistische Sinn Fein auf 14,9 Prozent. Sollten sich die Prognosen bestätigen, kann Kenny seine bisherige Koalition nicht fortsetzen.

Der Ministerpräsident hatte im Wahlkampf auf die aktuell gute Konjunktur im Land verwiesen, das nach der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 nunmehr mit sieben Prozent die höchste Wachstumsrate in der EU hat. Gegen Kennys Sparkurs hat sich allerdings starker Widerstand formiert.

Die Auszählung der Stimmen beginnt erst am heutigen Samstagvormittag, um sicherzustellen, dass auch die Stimmzettel von entlegenen Atlantik-Inseln mit ausgezählt werden können. Das Endergebnis der Parlamentswahl soll am Sonntag vorliegen.