Das beste an der Iowa-Wahl für Jeb Bush ist, dass sie vorbei ist. Die US-Seite Politico lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass Bush bei der Vorwahl eine schwere Niederlage einstecken musste. Auch die Washington Post sieht den Bruder von Ex-Präsident George W. als einen der größten Verlierer der Wahl.

Gerade einmal 2,8 Prozent stimmten in Iowa für Bush, was einem Wahlmann entspricht. Zum Vergleich: Wahlsieger Ted Cruz konnte acht erobern, auf ihn folgen Donald Trump und Marco Rubio mit jeweils sieben. In der Ergebnisübersicht auf den Seiten der Washington Post läuft Bush unter "Sonstige". Die Erwartungen waren niedrig, aber Bush habe sie sogar noch unterboten, höhnt Politico.

Dabei hat kein Kandidat der Republikaner mehr Zugang zu Spendengeldern und dem politischen Establishment als Bush. Der Spross einer der bekanntesten Polit-Dynastien des Landes wuchs in Texas auf, zog in den achtziger Jahren nach Florida und war dort von 1999 bis 2007 Gouverneur.

Iowa - Ted Cruz gewinnt in Iowa vor Donald Trump Im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur hat sich Senator Ted Cruz gegen den Herausforderer Donald Trump durchgesetzt. Bei den Demokraten liegt Hillary Clinton knapp vor Bernie Sanders.

Nachdem Mitt Romney eine Kandidatur ausgeschlossen hatte, versammelten sich die reichen republikanischen Geldgeber hinter Bush. Für seine Spenden-Dinner werden 100.000 Dollar fällig. Er kann auf das Netzwerk setzen, dass sein Vater und sein älterer Bruder aufgebaut haben.

Doch war Iowa angesichts des Ergebnisses nur eine Verschwendung von Zeit und Geld, wie die Washington Post schreibt? Die New York Times ist da anderer Meinung. Bushs Team habe sich in Iowa von Anfang an als chancenlos betrachtet und habe wie andere gemäßigte Kandidaten entsprechend wenig Energie in den Wahlkampf dort gesteckt. Denn die Wähler in Iowa gelten als konservativ. Bush hingegen ist ein Mann der Mitte bei den Republikanern.

Vorwahl in einer Woche könnte Entscheidung bringen

So triumphierte bei der Abstimmung auch der erzkonservative Ted Cruz vor dem Rechtsaußen Donald Trump. An dritter Stelle und gleichauf mit Trump allerdings landete Marco Rubio – wie Bush ein gemäßigter Republikaner und damit einer seiner schärfsten Konkurrenten auch um Spenden und Unterstützung der Parteiführung, die keinen aussichtslosen Rechtsaußen ins Rennen um die Präsidentschaft schicken will.

Rubio setzte anders als Bush nicht nur auf die Vorwahl am 9. Februar in New Hampshire, wo die gemäßigten Kandidaten deutlich bessere Chancen haben. Das könnte ihm einen entscheidenden Vorteil geben, analysiert die New York Times. In vielen Medien wird er bereits als heimlicher Sieger gefeiert. Hält der Hype, könnte das Spender, Parteigrößen und Wähler dazu bringen, zu Rubio überzulaufen. Die Vorwahl der Republikaner würde dann auf einen Dreikampf hinauslaufen: Auf der einen Seite die streng konservativen Cruz und Trump, auf der anderen, als Mann der Mitte, Rubio. 

Bislang lagen die Mainstream-Republikaner John Kasich, Chris Christie, Bush und Rubio alle bei etwa zehn Prozent in den Umfragen in New Hampshire. Die Abstimmung dort könnte nun die Entscheidung im Lager der Gemäßigten bringen, berichtet CNN. Wer bei der Wahl in einer Woche schlecht abschneidet, werde wohl zurückziehen.

Die Wähler dort interessierten sich allerdings nicht allzu sehr dafür, was in Iowa passiert, zitiert Politico einen Wahlkampfexperten. Und: bei den vergangenen beiden Vorwahlen konnte sich am Ende nie der Kandidat der Republikaner durchsetzen, der Iowa für sich entschied.