Jeb Bushs Waffen-Tweet © Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

Eine Waffe, eine Namensgravur, dazu nur ein Wort: "America". Mit diesem Tweet hat Jeb Bush im US-Wahlkampf zumindest kurzzeitig die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Doch was will uns der Präsidentschaftskandidat der Republikaner eigentlich damit sagen?

Bush steht im Vorwahlkampf seiner Partei unter Druck. In Iowa und New Hampshire dominierten andere Kandidaten. Selbst das Establishment der Republikaner, als dessen Kandidat Bush gilt, wendete sich zuletzt Marco Rubio zu.

Und so vermuten US-Medien, dass sich Bush mit seinem Posting zu dem amerikanischsten aller amerikanischen Themen wieder in die Herzen seiner potenziellen Wähler twittern wollte. So ganz  hat das nicht geklappt: Schnell war recherchiert, dass Bush die Waffe erst kürzlich bekommen hat und es seine erste ist. Auch die zeitliche Nähe zu einem Wahlkampfauftritt in der Produktionsstätte eines Waffenherstellers in South Carolina schwächte die Glaubwürdigkeit des Bekenntnisses. In dem US-Bundesstaat finden am Samstag die nächsten Vorwahlen statt.

In den Sozialen Netzwerken trat der frühere Gouverneur von Florida immerhin eine kleine Bewegung los. Zahlreiche Nutzer verbreiteten ebenfalls vermeintlich typische "America"-Motive wie etwa einen auf einer Stars-and-Stripes-Gitarre spielenden Hulk Hogan. Aber auch ernste Szenen wie die Folterbilder aus dem Gefängnis Abu Ghuraib und Bilder von Amokläufen in den USA wurden als "America"-Inhalte gepostet.

Nach wenigen Stunden hatte sich die Bewegung gar internationalisiert. Wurst und Sauerkraut – Germany. Eine schöne Tasse Tee – England. Auch wenn man Jeb Bush eine plumpe Wahlkampfaktion unterstellen kann: Zur Völkerverständigung hat er mit seinem Waffen-Tweet auf jeden Fall beigetragen.