Ein Düsseldorfer Rosenmontagswagen könnte in Polen ein diplomatisches Nachspiel haben. Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski will in Berlin wegen eines Motivs intervenieren, das Polen als misshandelte Frau unter dem Stiefel des nationalkonservativen Parteichefs Jaroslaw Kaczyński darstellte. "Wir werden auf diplomatische Art darauf aufmerksam machen und unsere Partner in Deutschland fragen, wem das dient", sagte Waszczykowski im polnischen Rundfunk. Der Politiker, der wie Kaczyński zur nationalkonservativen PiS-Partei gehört, sah in dem Motivwagen eine "Verachtung der Polen und der polnischen Politiker".  Zugleich räumte der Minister aber ein, dass auch deutsche Politiker in satirischer Weise dargestellt worden seien. 

Man wolle deshalb auf diplomatischem Wege vorfühlen, was es damit auf sich habe, sagte der Außenminister. Seit der gewonnenen Parlamentswahl 2015 regiert Kaczyńskis PiS das Land, sie rief mit ersten Entscheidungen wie neuen Regeln für das Verfassungsgericht bereits großen Protest hervor.

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug war wegen Sturmwarnungen abgesagt worden. Die Mottowagen wurden am Montag aber kurz vor dem Rathaus präsentiert.

Die polnische Regierungschefin Beata Szydło besucht Ende der Woche erstmals Berlin – knapp drei Monate nach Regierungsantritt und damit deutlich später als ihre Vorgänger.

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