Der französische Außenminister Laurent Fabius verlässt die Regierung. Das kündigte der 69-Jährige nach einer Kabinettssitzung in Paris an. Fabius gehört der regierenden sozialistischen Partei (Parti socialiste) an und war seit 2012 Außenminister.

Es wird erwartet, dass Fabius bald zum künftigen Präsidenten des französischen Verfassungsrats ernannt wird. Diese Meldung ist bislang aber nicht bestätigt. Der Verfassungsrat (Conseil constitutionnel) ist das französische Verfassungsgericht. Es entscheidet über die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen, Präsidentschafts- und Parlamentswahlen und Referenden. 

Nach dem Ausscheiden von Fabius ist damit zu rechnen, dass es eine größere Kabinettsumbildung geben wird, die noch in dieser Woche bekannt gegeben werden könnte. Ob dadurch die Popularitätswerte der Regierung steigen werden, ist fraglich. Präsident François Hollande war in Umfragen lange der unbeliebteste Präsident der französischen Geschichte und konnte nach den Anschlägen von Paris im November nur kurz in der Wählergunst zulegen.

Es ist die zweite Veränderung im französischen Kabinett binnen zwei Wochen. Erst vor zehn Tagen war die französische Justizministerin Christiane Taubira im Streit über die geplante Verfassungsänderung zurückgetreten.