Im Ringen um den Aufbau einer Einheitsregierung für Libyen scheinen die politischen Kräfte des Landes langsam voranzukommen. Der libysche Präsidentschaftsrat habe am Sonntagabend eine Mitgliederliste für das künftige Kabinett vorgelegt, sagte Ratssprecher Fathi al-Madschabri dem Fernsehsender Al-Arabija. "Wir hoffen, dass dies der Anfang vom Ende des Konflikts in Libyen ist."

Der im marokkanischen Skihart tagende Präsidentschaftsrat hatte bereits zuvor ein Kabinett vorgeschlagen, das jedoch am 25. Januar vom Parlament in Tobruk abgelehnt worden war. Die Begründung: Es sei mit 32 Mitgliedern zu groß. Am Montag oder Dienstag könnte das Parlament in Tobruk nun erneut zusammenkommen, um über die neue Liste abzustimmen.

Libyen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von mehreren bewaffneten Milizen beherrscht. Sie ringen neben zwei rivalisierenden Regierungen und Parlamenten in Tobruk und in der Hauptstadt Tripolis um die Macht. Auch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) breitet sich immer weiter aus.

Im Dezember hatten Delegationen der Konfliktparteien zwar einen Friedensplan unterzeichnet. Doch die Einsetzung einer von den UN vermittelten Einheitsregierung ist bislang am Widerstand beider Seiten gescheitert.

Die international anerkannte Regierung des Landes in Tobruk stützt sich auf die reguläre Armee. Ein von Islamisten dominiertes Abgeordnetenhaus hat seinen Sitz in Tripolis. Zudem wollen Hunderte Milizen ihre eigenen Interessen durchsetzen.