Der Unternehmer und frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, hat erstmals öffentlich mitgeteilt, dass er eine Kandidatur bei der Präsidentenwahl in Erwägung zieht. Er prüfe alle Optionen, sagte der 73-jährige Milliardär mit Blick auf einen möglichen Wahlkampf in einem Interview mit der britischen Zeitung Financial Times.

"Ich beobachte, was die Kandidaten sagen und wie sich die Wähler in den Vorwahlen verhalten", sagte Bloomberg. Er wisse, dass er bis Anfang März eine Entscheidung treffen müsse, um in den USA landesweit eine ernsthafte Kampagne als unabhängiger Kandidat durchführen zu können. Bisher hat noch nie ein unabhängiger Kandidat die Präsidentenwahl gewonnen.

Unter Berufung auf Bloombergs Umfeld hatte die New York Times bereits Ende Januar gemeldet, dass der Exbürgermeister mit dem Gedanken spiele, bei der Wahl anzutreten. Dem Bericht zufolge wäre er bereit, eine Milliarde US-Dollar aus seinem Privatvermögen für den Wahlkampf einzusetzen. Laut Forbes verfügt Bloomberg über rund 40 Milliarden US-Dollar.

Bloomberg kritisiert Wahlkampfdebatten

Bloomberg begründete sein Interesse an einer Kandidatur mit seiner Unzufriedenheit an dem bisherigen Wahlkampf. "Ich empfinde den Diskurs als peinlich banal, als Skandal und als eine Beleidigung der Wähler", sagte er der Financial Times. Die Amerikaner hätten Besseres verdient. Der Gründer der Finanznachrichtenagentur Bloomberg war von 2002 bis 2013 für drei Amtszeiten Bürgermeister von New York. Danach durfte er nicht erneut kandidieren.

Der republikanische Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur Donald Trump hatte eine Kandidatur Bloombergs im Januar befürwortet. "Ich mag den Wettbewerb und würde mich freuen, wenn Bloomberg mitmacht."

Der demokratische Bewerber Bernie Sanders beurteilte Bloombergs mögliche Kandidatur skeptisch. Zusammen mit Trump würden dann zwei Milliardäre antreten, sagte er. "Ich glaube nicht, dass die Amerikaner wollen, dass sich unser Land zu einer Oligarchie entwickelt, wo Milliardäre den politischen Prozess kontrollieren."

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