Die Reformer und Gemäßigten haben bei der Parlamentswahl im Iran ihren Einfluss offenbar vergrößern können. Das Bündnis von Präsident Hassan Ruhani erhielt in der Hauptstadt Teheran alle Sitze. Das berichtete das Staatsfernsehen, nachdem 90 Prozent der Stimmzettel ausgezählt worden waren. Von den insgesamt 290 Abgeordneten kommen 30 aus Teheran. Sie bestimmen die politische Ausrichtung des Landes.

Für Ruhani ist das Ergebnis in Teheran wichtig, da es einen deutlichen Rückhalt für seine Politik der Öffnung bedeutet. Die Konservativen hatten in den vergangenen Jahren das Parlament dominiert und dort zahlreiche Reformen des Präsidenten blockiert. In den weiteren Teilen des Irans sind die Stimmen gleichmäßiger auf Reformer, Konservative und unabhängige Kandidaten verteilt.

Auch bei der Wahl zum Expertenrat liegen die Reformer deutlich vor den Hardlinern. In Teheran führen Ruhani und der frühere Präsident Akbar Hāschemi Rafsandschāni. Die drei Hardliner Ahmad Dschannati, Mohammed Jasdi und Mesbah Jasdi sind auf den Plätzen 10, 12 und 16.

Der Expertenrat ist das wichtigste religiöse Gremium des Irans. In dieser Wahl werden 16 der 88 Plätze neu besetzt. Die Mitglieder des Gremiums werden für acht Jahre gewählt. Sie bestimmen den obersten Führer des Irans auf Lebenszeit. Sollte das jetzige Staatsoberhaupt, der 76-jährige Ajatollah Ali Chāmeneʾi , sterben, müsste der Rat dessen Nachfolger wählen.