Ein trauernder Mann vor dem jüdischen Supermarkt in Paris, der von dem Islamisten Amedy Coulibaly im Januar 2015 angegriffen wurde © Kenzo Tribouillard/AFP/Getty Images

Der Europarat hat sich besorgt über den erheblichen Anstieg von Hassreden und rassistisch motivierten Straftaten in Frankreich gezeigt. Opfer seien vor allem Juden, Muslime, Homosexuelle sowie Sinti und Roma, schreibt das Anti-Rassismus-Komitee (Ecri) in einem Bericht.

Das französische Strafrecht sei lückenhaft, heißt es weiter. Es sei so schwerer, gegen rassistische und antisemitische Straf- und Gewalttaten vorzugehen. Mitschuld an der Entwicklung seien auch die Politiker des Landes, die mit öffentlichen Äußerungen Rassismus und Intoleranz zunehmend banalisieren würden.

Frankreich müsse sein Strafrecht reformieren, um die Übergriffe zu stoppen, schreibt das Komitee. Die Zahl antisemitischer Gewalttaten ist nach offiziellen Angaben in Frankreich seit 2012 um 36 Prozent gestiegen. In dem Land wurden 2014 insgesamt 241 Mal Juden angegriffen. Diese Zahl sei im vergangenen Jahr deutlich überschritten worden, heißt es aus dem Innenministerium, das sich auf vorläufige Daten bezieht.

Mehr und mehr französische Juden wandern aus – viele von ihnen nach Israel. Im vergangenen Jahr seien 7.000 in Israel angekommen, erklärte die Regierung des Landes.

Dem Ecri gehören unabhängige Experten aus den 47 Europaratsländern an. Das Komitee veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Berichte über die Situation in den einzelnen Mitgliedsländern.