Syriens Machthaber Baschar al-Assad bei einer Rede in Damaskus ©Sana/Reuters

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat sich unter bestimmten Bedingungen zu einer Waffenruhe in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land bereit erklärt. Voraussetzung sei, dass "Terroristen" sie nicht ausnutzten, sagte Assad in einem Interview mit der spanischen Zeitung El País. Zudem müssten die Länder, die Aufständische unterstützen, ihre Hilfe einstellen. 

Die syrische Führung bezeichnet alle Rebellen, die gegen sie und ihre Alliierten kämpfen, als Terroristen. Die Opposition in Syrien hatte bereits erklärt, eine befristete Waffenruhe sei eine Möglichkeit, wenn sich daran auch Assads Verbündete, darunter Russland, hielten, wenn die Belagerung von Städten durch Assad-Truppen aufgehoben und Hilfslieferungen für die Bevölkerung durchgelassen würden.

Assad sagte weiter, er sei bereit, die Militäreinsätze zu stoppen. "Doch das hängt von wichtigeren Faktoren ab ... wie dem, dass die Terroristen gehindert werden, ihre Stellungen zu verbessern." Jede Waffenruhe müsse sicherstellen, dass "andere Länder, allen voran die Türkei, davon abgehalten werden, mehr Terroristen und Waffen oder jede Art logistischer Unterstützung zu schicken", sagte Assad.

Assad erklärte, die Hilfe aus Russland und dem Iran sei wesentlich für die jüngsten Erfolge seiner Truppen. Syrien habe diese Unterstützung benötigt, da mehr als 80 Länder mit unterschiedlichen Mitteln die Terroristen stärkten. Einige Staaten würden sie etwa mit Geld oder Waffen direkt unterstützen. Andere böten politische Hilfe in unterschiedlichen internationalen Foren an.

Die Türkei, andere sunnitische Regionalmächte und westliche Länder unterstützen Aufständische gegen Assad. Der syrische Präsident erhält Hilfe von Russland, dem Iran und der schiitischen Hisbollah-Miliz aus dem Libanon. Alle Versuche in den vergangenen Monaten, eine Waffenruhe auszuhandeln, waren gescheitert. Bei der Syrien-Konferenz in München am 12. Februar hatten Russland, die USA und weitere Staaten sich darauf verständigt, sich für ein Ende der Kämpfe binnen einer Woche einzusetzen. Erreicht wurde diese Waffenruhe bislang aber nicht.