Ein Panzer der syrischen Regierungstruppen in der Nähe der umkämpften Metropole Aleppo © George Ourfalian/AFP/Getty Images

Russland setzt in Syrien einem Bericht zufolge Bodentruppen ein, um Vorstößen der syrischen Regierungstruppen zum Erfolg zu verhelfen. Nach Angaben des Spiegel sollen sich russische Soldaten an einer Offensive der Regierungstruppen in der Provinz Latakia in Nordwestsyrien nahe der türkischen Grenze beteiligen. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte bisher immer behauptet, dass keine größeren Verbände des russischen Militärs am Boden an den Kämpfen beteiligt seien.

Russische Internetaktivisten des Moskauer Conflict Intelligence Teams haben Video-Aufnahmen ausgewertet, die Aktivitäten russischer Soldaten in Syrien belegen sollen. Eines der Videos zeigt einen Russisch sprechenden Offizier, der die Gefechte in der Provinz Latakia nahe der Grenze zur Türkei beobachtet. Auf einer weiteren Aufnahme sind Artilleriegeschütze des russischen Typs Msta-B im Einsatz zu sehen. Zu hören sind dabei russische Kommandos: "Nummer zwei, fertig. Feuer!" Die Soldaten tragen die für Moskaus Armee typischen Abzeichen an der Mütze. Ziel der Assad-Offensive in dem Gebiet ist es, die Grenze zur Türkei wieder unter Kontrolle zu bringen.

Syriens Präsident Baschar al-Assad ist nach eigenen Worten zur Rückeroberung ganz Syriens entschlossen. Die Kämpfe gegen die Rebellen könnten jedoch lange dauern, sagte Assad. "Es ist nicht logisch, zu sagen, dass es einen Teil unseres Landes gibt, auf den wir verzichten." Auf die Frage, ob er an einen Erfolg seiner Truppen bei der Rückeroberung des Landes glaube, sagte Assad, es handele sich dabei um "ein Ziel, das wir ohne zu zögern erreichen wollen".

Syrien-Konferenz - Syrien-Konferenz strebt Feuerpause binnen einer Woche an Die Menschen in den belagerten Städten sollen noch vor dem Wochenende erste Hilfslieferungen erhalten. Die USA und Russland wollen sich für ein Ende der Kämpfe in Syrien binnen einer Woche einsetzen.

Nicht den Kampf "gegen den Terrorismus" einstellen

Assad erklärte sich zugleich zu Gesprächen über eine Beendigung des Bürgerkriegs in seinem Land bereit. Seine Regierung habe schon seit Beginn der Syrien-Krise für "Verhandlungen und politisches Handeln" plädiert, sagte Assad in seinem ersten Interview seit dem Scheitern der Genfer Syrien-Gespräche. Seit Anfang Februar führen syrische Regierungstruppen unterstützt von russischen Luftangriffen eine Offensive auf Aleppo aus, die viele Zivilisten das Leben kostet. Zu verhandeln bedeute aber nicht, den Kampf "gegen den Terrorismus" einzustellen, sagte Assad. Beides sei notwendig und voneinander unabhängig.

Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie der Iran, die Türkei und Saudi-Arabien hatten sich in der Nacht zu Freitag auf der Münchener Sicherheitskonferenz auf das Ziel einer Feuerpause in Syrien geeinigt. Binnen einer Woche sollen demnach die Kämpfe aufhören. Ungeachtet dessen kamen bei einem russischen Luftangriff im Zentrum Syriens nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 16 Zivilisten ums Leben. Jets der russischen Luftwaffe hätten Orte nördlich der Stadt Homs bombardiert. Die Angriffe hätten sich gegen Gebiete unter Kontrolle der Terrormiliz Al-Nusra-Front, der moderaten Freien Syrischen Armee (FSA) und islamistischer Brigaden gerichtet.

Zudem einigte sich die Münchner Konferenz darauf, dass jetzt schnell humanitäre Hilfe in belagerte Orte gelangen soll. In Genf wurde eine neue Task Force für humanitäre Hilfe zusammengerufen, die sich um die Hilfsoperationen für die notleidende Bevölkerung kümmern soll.

Syrien - Assad will weiter gegen Rebellen kämpfen Syriens Regierungschef Baschar al-Assad sagte, trotz Friedensverhandlungen weiter gegen die Rebellen kämpfen zu wollen. Die syrische Opposition fordert seit Langem ein Ende der Militäroffensive.