Die Türkei ist zum Einsatz von Bodentruppen im Bürgerkriegsland Syrien bereit, allerdings nur zusammen mit internationalen Verbündeten. "Ohne eine Bodenoperation können die Kämpfe in Syrien nicht beendet werden", sagte ein Regierungsmitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden wollte, vor Journalisten in Istanbul. Einen Einsatz nur mit dem Verbündeten Saudi-Arabien schloss er jedoch aus.

Der Regierungsmitarbeiter bestätigte zudem die Verlegung von vier saudischen Kampfjets zum Nato-Stützpunkt Incirlik bis Ende Februar. Saudi-Arabien hatte Anfang des Monats seine Bereitschaft für einen Bodeneinsatz in Syrien im Rahmen der internationalen Koalition erklärt. Die USA und andere westliche Staaten lehnen die Entsendung eigener Bodentruppen nach Syrien aber ab.

Die Türkei erwägt schon länger, Bodentruppen ins Bürgerkriegsland Syrien zu schicken. "Wenn es eine Strategie (gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS)) gibt, könnten die Türkei und Saudi-Arabien einen Einsatz am Boden starten", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz türkischen Zeitungen.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu sagte vor dem Parlament in Ankara, die Situation in Syrien bedrohe inzwischen die nationale Sicherheit seines Landes. Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) in Syrien bezeichnete er als "Legionäre und bezahlte Soldaten Russlands".

Die YPG waren zuletzt in Nordsyrien vorgerückt. Sie gehören im Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien zum wichtigsten Verbündeten des Westens. Die Türkei will ein Vorrücken der YPG in der Region jedoch verhindern. Ungeachtet internationaler Appelle setzt die Türkei ihre Angriffe auf Stellungen der kurdischen Milizen in Nordsyrien fort. Türkische Artillerie an der Grenze in der Region Kilis habe erneut das Feuer auf das Nachbarland eröffnet, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Damit habe die Armee auf Beschuss durch die YPG-Milizen der syrischen Kurden-Partei PYD in Nordsyrien reagiert.