Ein Mann verkauft Kartoffeln in einem Vorort von Damaskus. © Bassam Khabieh/Reuters

Die Waffenruhe in Syrien wird weitgehend eingehalten. Das berichten übereinstimmend die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und das russische Kontrollzentrum in Syrien. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Gefechte habe es im Norden des Landes gegeben, meldete die Beobachtungsstelle. In der Stadt Tell Abjad hätten Kämpfer des IS die Kurdenmiliz YPG angegriffen. Dabei seien 70 Islamisten, 20 Kurden sowie zehn weitere Menschen getötet worden.

Mehrere Dörfer seien auch im Zentrum des Landes angegriffen worden, berichtete die Beobachtungsstelle. Ob es syrische oder russische Kampfjets waren, sei unklar. Das russische Kontrollzentrum meldete, dass sich innerhalb von 24 Stunden neun Zwischenfälle ereignet hätten. Details gab es nicht bekannt.

In der Nacht zum Samstag hatte die Waffenruhe begonnen, die von den USA und Russland vermittelt worden war. Daran halten wollen sich die syrische Regierung und 97 Rebellengruppen. Ausgenommen von der Vereinbarung sind Einsätze gegen den IS und die islamistische al-Nusra-Front.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte vor einer neuen "Terrorfront" in Syrien. "Wir begrüßen die Bemühungen, eine stabile, langfristige und echte Waffenruhe zu erzielen", sagte er Angaben seines Büros zufolge. Es müsse jedoch "klar sein, dass jegliches Abkommen in Syrien einen Stopp der iranischen Aggression gegen Israel von syrischem Gebiet aus enthalten muss".

Netanjahu definiert rote Linien

Israel werde es nicht zulassen, dass hochmoderne Waffen in die Hände der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah gelangten. "Wir werden der Schaffung einer zweiten Terrorfront auf den Golanhöhen nicht zustimmen", sagte Netanjahu. "Dies sind rote Linien, die wir gezogen haben, und sie bleiben die roten Linien des Staates Israel."

Israel hat im Syrienkrieg bislang eine Politik der Nichteinmischung betont. Die israelische Luftwaffe bombardierte jedoch nach Medienberichten mehrmals Ziele in Syrien, vor allem, um Waffenlieferungen an die mit dem syrischen Regime und dem Iran verbündete Hisbollah zu unterbinden. Die Angriffe wurden nicht offiziell bestätigt.