Wenige Stunden vor Beginn der vereinbarten Waffenruhe in Syrien werden aus mehreren Landesteilen heftige Kämpfe gemeldet. Flugzeuge des russischen und syrischen Militärs intensivierten ihre Angriffe auf Stellungen der Rebellen. Seit Mitternacht seien Ziele in den Provinzen Idlib, Aleppo und Hama attackiert worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Auch die Umgebung der Hauptstadt Damaskus sei beschossen worden.

Die Waffenruhe soll am heutigen Freitag um 23 Uhr beginnen. Es ist innerhalb kurzer Zeit der zweite Versuch, die Gewalt nach fünf Jahren Bürgerkrieg zu beenden. Ausgenommen von der Einigung sind die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und die Al-Nusra-Front, der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Die syrische Opposition befürchtet, dass die von Russland unterstützte syrische Führung die Ausnahmen als Vorwand nehmen wird, auch andere Rebellengruppen anzugreifen.

Die Stadt Duma in der Nähe der Hauptstadt Damaskus sei Ziel von mindestens zehn Luftangriffen und Artilleriebeschuss gewesen, hieß es weiter. Rettungskräfte in dem von Rebellen kontrollierten Gebiet berichteten von Opfern unter der Zivilbevölkerung. Vertreter des syrischen Militärs waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch in anderen Provinzen gab es Gefechte.

Die Friedensgespräche für das seit 2011 von einem Bürgerkrieg erschütterte Land könnten nach Angaben aus Moskau am 7. März in Genf fortgesetzt werden. Dies verlautete aus dem russischen Außenministerium. Der UN-Syrien-Sondergesandte Staffan de Mistura will noch an diesem Freitag das Datum für die Fortsetzung der Gespräche bekanntgeben.