Die deutschen Tornados in der Türkei können künftig auch nachts zu Aufklärungsflügen starten. Die Flugzeuge seien entsprechend umgerüstet worden, sagte eine Sprecherin des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam.

Im Januar war bekannt geworden, dass die sechs für den Einsatz über Syrien und dem Irak in Incirlik stationierten Flugzeuge nur eingeschränkt nachtflugfähig sind, weil sich die Cockpit-Beleuchtung nicht dimmen lässt. Tragen die Piloten Nachtsichtbrillen, die das Restlicht verstärken, könnten sie dadurch geblendet werden. Verursacht würden die starken Reflexionen durch die jüngste Aufrüstung der Flieger mit neuer Soft- und Hardware (ASSTA 3).

Nun ist laut Bundeswehr eine Behelfslösung gefunden worden, um das Problem zu beheben. Bis Oktober soll es vollends beseitigt werden.

Kritik am Einsatz der Jets, die Aufklärungsflüge über dem Kriegsgebiet in Syrien und dem Irak absolvieren, hatte das Verteidigungsministerium zurückgewiesen. Nachtflüge zählten nicht zu den Aufgaben der deutschen Tornados, sagte ein Sprecher. Die Spezialisierung der Bundeswehr-Jets bestehe vielmehr in der Aufklärung mit Kameras, die bei Tageslicht hochauflösende Bilder machen. Nachts können Tornados dagegen nur Wärmebilder mit Infrarot-Kameras aufnehmen. Diese hätten nicht die gleiche Detailschärfe wie optische Fotos und würden meist von Drohnen geliefert. Dennoch sollten die Jets umgerüstet werden.

Seit Anfang des Jahres beteiligt sich die Bundeswehr mit Aufklärungsflügen über Syrien und dem Irak am Kampf gegen den "Islamischen Staat" und erfüllt damit die deutsche Hilfszusage an Frankreich nach den Pariser Anschlägen.

An drei weiteren Orten ist die Bundeswehr zudem unterstützend im Einsatz: Ein ebenfalls am türkischen Stützpunkt Incirlik stationiertes deutsches Tankflugzeug versorgt seit Dezember Kampfjets der internationalen Koalition mit Treibstoff. Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle erhält im Persischen Golf Geleitschutz von einer deutschen Fregatte. Und bereits seit einem Jahr bilden Bundeswehrsoldaten im Nordirak kurdische Peschmerga-Kämpfer für den Einsatz gegen die Islamisten aus.