Das türkische Militär hat Medienberichten zufolge an der Grenze zu Syrien eine Gruppe von 34 schwer bewaffneten Menschen festgenommen, darunter 20 Kinder. Bei der Aktion seien vier Selbstmordattentäter-Westen und 15 Kilogramm Sprengstoff beschlagnahmt worden, meldeten die Nachrichtenagentur Dogan und die Zeitung Hürriyet unter Berufung auf die Armee.

Zu der Gruppe gehörten demnach neben den Kindern zehn Frauen und vier Männer. Sie seien am Dienstag im Südosten der Türkei in der Provinz Gaziantep festgenommen worden. Das gegenüberliegende syrische Grenzgebiet wird von der Terrormiliz "Islamischer Staat" kontrolliert. Terrorexperten zufolge versuchen Islamisten immer wieder, von Syrien aus in die Türkei zu gelangen, um dort oder nach ihrer Weiterreise nach Europa in anderen Ländern Anschläge zu verüben.

Im türkischen Kurdengebiet gab es nach Armeeangaben am Dienstagabend zudem ein Gefecht zwischen dem Militär und kurdischen Extremisten, die aus Syrien eingedrungen seien. Ein Soldat sei dabei getötet worden, ein weiterer verletzt. Das syrische Gebiet gegenüber der türkischen Provinz Şırnak wird von der Kurden-Partei PYD beherrscht. Diese wird unter anderem von den USA unterstützt, was zu Verstimmungen bei dem Nato-Partner Türkei führt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan attackierte die USA wegen ihrer Unterstützung der PYD scharf. Die Unfähigkeit der USA, das wahre Wesen der PYD zu verstehen, habe die Region in ein "Meer des Blutes" verwandelt, sagte Erdoğan. "Sind Sie auf unserer Seite oder auf der Seite der terroristischen PYD und der PKK?", fragte er die USA:

Die PYD gehört zu den wichtigsten US-Verbündeten beim Kampf der radikalislamischen IS-Miliz in Syrien. Die PYD steht aber auch der von den USA und der EU als Terrorvereinigung eingestuften Kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, mit der sich die Regierung in Ankara seit Jahrzehnten einen gewalttätigen Konflikt um mehr Autonomie für die Kurden im Südosten der Türkei liefert. Die Rolle der Kurden ist auch einer der Streitpunkte, der die auf Eis liegenden internationalen Bemühungen um eine politische Lösung des Syrien-Konflikts belastet.

Syrien - Schwere Gefechte um Aleppo Mit Unterstützung der russischen Luftwaffe hat die syrische Armee eine Offensive gegen die von Rebellen kontrollierten Provinzen Latakia und Aleppo gestartet. Die Friedensgespräche in Genf sind ausgesetzt.

Aktivisten berichten von mehr als 500 Getöteten

Bei der Offensive der syrischen Armee in der Provinz Aleppo sind nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 500 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien 274 syrische Rebellen und ausländische Dschihadisten sowie 89 Zivilisten, darunter 23 Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die Regierungstruppen hatten ihre Offensive mit Unterstützung der russischen Luftwaffe am 1. Februar begonnen und sind in den vergangenen Tagen auf die bisherige Rebellenhochburg Aleppo vorgedrungen. Zehntausende Menschen flohen an die Grenze zur Türkei. Die Angaben der den Rebellen nahestehenden Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Der Malteser Hilfsdienst beklagte fehlende Vorbereitungen und Kapazitäten zur Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen an der syrisch-türkischen Grenze. "Wenn über einen längeren Zeitraum viel mehr Menschen auf dem Grenzgebiet untergebracht werden sollen, müssen neue Camps eingerichtet werden", forderte der Malteser Programmkoordinator Shaheen Haque.