Lastwagen mit Hilfsgütern in der syrischen Provinz Idlib © Omar Haj Kadour/AFP/Getty Images

In Syrien haben mehrere UN-Hilfskonvois fünf eingekesselte Städte erreicht. Die knapp 100 Lastwagen mit Hilfsgütern waren von Damaskus aus in den Nordwesten des Landes aufgebrochen, berichteten UN-Vertreter und Staatsmedien. Die Städte werden von verschiedenen Konfliktparteien des syrischen Bürgerkriegs belagert. "Die Operation dauert noch an", sagte eine Sprecherin der UN-Organisation für humanitäre Hilfe (OCHA). 

Die Helfer sollen rund 100.000 Bewohner mit Nahrungsmitteln, Wasser und Medizin versorgen. Diese Lieferungen sind Teil der in der vergangenen Woche in München von Russland, den USA und weiteren Staaten getroffenen Vereinbarung zur Verbesserung der Lage der Zivilbevölkerung in Syrien.

Der UN-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura sagte, dort lebten insgesamt mehr als 400.000 Menschen in belagerten Gebieten. Er sehe in den ersten Lieferungen auch einen Test für die Fähigkeit der UN, humanitäre Hilfe zu leisten, und für die syrischen Konfliktparteien, ob sie diese zuließen.

Der neue UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi sprach bei seinem Besuch in Berlin von einem "kleinen Fenster der Gelegenheiten", das durch die Vereinbarungen der Konferenz in München entstanden sei. "Ich denke, es wird kompliziert bleiben", sagte der italienische UN-Diplomat. "Aber jeder Fortschritt ist ein Fortschritt."

Die USA und Russland hatten sich auch darauf verständigt, binnen einer Woche eine Waffenruhe in Syrien durchzusetzen. Bisher ist aber kein Abflauen der Kämpfe festzustellen.

Syrien - Raketen treffen Klinik Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat von einem Angriff auf ein Krankenhaus in der syrischen Provinz Idlib berichtet. Mindestens acht Mitarbeiter der Klinik würden nach den Angriffen vermisst.