Rand Paul ist im Kampf um das Weiße Haus ausgestiegen. Das gab der Republikaner in einer Mitteilung bekannt. "Es war eine unglaubliche Ehre, einen prinzipientreuen Wahlkampf für das Weiße Haus zu führen. Heute höre ich dort auf, wo ich angefangen habe: beim Kampf für die Sache der Freiheit", heißt es darin.

Der Senator aus Kentucky war bei der Vorwahl im US-Bundesstaat Iowa mit 4,5 Prozent nur auf dem fünften Platz gelandet. Dem 52-Jährigen war es nicht gelungen, im monatelangen Wahlkampf oder auch in den TV-Debatten landesweit ausreichend Unterstützung zu finden.

Paul gilt als Querdenker und Außenseiter, der mit strikt libertären Ansichten viele Tea-Party-Anhänger hinter sich vereint. Sein politisches Credo: kleiner Staat, wenig Steuern, keine militärischen Interventionen. Massiv opponierte er gegen die Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA. Neben der Politik praktiziert Paul, der aus einer Politikerfamilie stammt, als Augenarzt. Er war wie so viele andere Tea-Party-Politiker 2010 in den Senat gewählt worden. Immer wieder war er seitdem auch mit der republikanischen Parteiführung aneinandergeraten.

Auch Rick Santorum, der vor der Caucus-Abstimmung einen erheblichen Wahlkampf betrieben und alle 99 Countys des Bundesstaates bereist hatte, sagte nach enttäuschenden Ergebnissen bei der ersten Vorwahl seine Präsidentschaftskandidatur ab. Das berichtete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf mehrere Quellen in der Partei. Santorum hatte bei der Abstimmung in Iowa nur ein Prozent der Stimmen erhalten. 2012, als sich Santorum ebenfalls beworben hatte, hatte der frühere Senator von Pennsylvania die Abstimmung in Iowa noch knapp vor dem späteren Kandidaten Mitt Romney gewonnen.

Kurz erklärt - So funktionieren die US-Wahlen Iowa hat am 1. Februar als erster US-Bundesstaat über die Präsidentschaftsbewerber von Demokraten und Republikanern abgestimmt. Doch der Weg vom Vorwahlauftakt im Mittleren Westen bis zum entscheidenden Duell um das Weiße Haus ist noch lang.

Der Präsident wird am 8. November gewählt. Die ersten Vorwahlen in den USA sind ein scharfer Ausleseprozess. Die Republikaner waren in den Kampf um die Nachfolge Barack Obamas zunächst mit einem Rekordfeld von 17 Bewerbern gestartet. Die Wahl unter den Republikanern in Iowa konnte der erzkonservative Ted Cruz überraschend gegen den Favoriten Donald Trump gewinnen. Der warf Cruz daraufhin Betrug vor und verlangte, die Wahl zu wiederholen oder Cruz' Sieg zu annullieren. "Ted Cruz hat Iowa nicht gewonnen, er hat es gestohlen. Deshalb waren alle Umfragen so falsch, und deshalb bekam er viel mehr Stimmen als vorhergesagt", schrieb Trump auf Twitter.

Noch am Wahlabend in Iowa hatte zudem Mike Huckabee seine Kampagne beendet. Damit bleiben bei den Republikanern noch neun Bewerber im Rennen: Donald Trump, Ted Cruz, Marco Rubio, Ben Carson, Jeb Bush, John Kasich, Chris Christie und Carly Fiorina. Auf den Wahlzetteln steht zudem Jim Gilmore, der aber überhaupt keine Rolle spielt.