Bei den Vorwahlen in New Hampshire droht Exaußenministerin Hillary Clinton am heutigen Dienstag Umfragen zufolge eine hohe Niederlage gegen den linken Senator Bernie Sanders. Schon bei der ersten Vorwahl vor einer Woche in Iowa hatte sie nur einen hauchdünnen Sieg gegenüber dem 74-Jährigen verbuchen können. Am Tag vor der Abstimmung tourte Clinton mit ihrem Ehemann Bill und Tochter Chelsea quer durch den Staat im Nordosten der USA, um noch letzte Wähler von sich zu überzeugen.

Ihr ging es hauptsächlich darum, Sanders' Vorwürfe wegzuwischen, sie und ihr Mann würden der Wirtschaft zu nahe stehen. Sie behauptete, auch Sanders habe indirekt Geld von der Wall Street angenommen. 200.000 Dollar seien von Wall-Street-Firmen über ein Kampagnenkomitee der Demokraten an ihn geflossen. Daran sei auch nichts auszusetzen, sagte Clinton.

Sanders liegt in Umfragen in dem Bundesstaat im Schnitt bei einer Zustimmung von 55 Prozent, Clinton kommt auf rund 40 Prozent. New Hampshire ist ein Nachbarstaat von Sanders' Heimatstaat Vermont.

USA - Vorwahlen in New Hampshire In der zweiten Etappe der Vorwahlen für das Amt des US-Präsidenten liegt bei den Demokraten Umfragen zufolge Bernie Sanders vor Hillary Clinton. Mit den ersten Ergebnissen ist in der Nacht zum Mittwoch zu rechnen.

Bush bezeichnet Trump als Lügner

Bei den Republikanern zeigte sich Donald Trump zuversichtlich, nach seinem zweiten Platz in Iowa diesmal einen Sieg zu erringen. In einem Interview attackierte er zudem seinen Mitbewerber Jeb Bush. "Jeb hat eine Art Zusammenbruch, denke ich", sagte Trump dem Sender CNN. Den Sohn und Bruder früherer US-Präsidenten bezeichnete er als verwöhntes Kind und eine Schande für die Bush-Familie. Bush reagierte in der Stadt Nashua, indem er Trump wahlweise als Lügner, Verlierer, Quengler und die schlechteste Präsidentenoption von allen titulierte.

Die Vorwahl in New Hampshire hat um Mitternacht begonnen, mit ersten belastbaren Ergebnissen ist in der Nacht zu Mittwoch zu rechnen. Eine Besonderheit im Vorwahlkampf ist das winzige Dorf Dixville, denn hier ist die Auszählung bereits abgeschlossen. Die Gesetzeslage in New Hampshire besagt, dass Dörfer mit weniger als 100 Stimmberechtigten eine Erlaubnis erhalten können, um ihre Wahllokale bereits um Mitternacht zu öffnen und zu schließen, wenn alle registrierten Wähler abgestimmt haben. Dixville bekommt bei den Vorwahlen in dem Staat alle vier Jahre besonders viel Aufmerksamkeit, weil in dem Dorf nahe der kanadischen Grenze nur neun Wähler abstimmen.

Sanders und Kasich siegen in Dixville

Alle vier demokratischen Wähler stimmten in der Nacht für Sanders. Unter den Republikanern setzte sich John Kasich mit drei von fünf Stimmen gegen Trump und seine weiteren sieben Gegenkandidaten durch.

Vom Abschneiden bei den frühen Vorwahlen geht häufig eine Signalwirkung für die weiteren Abstimmungen aus. Bewerber können mit weiteren Unterstützern und folglich auch mehr Spendengeldern für ihren Wahlkampf rechnen. Die Kandidatenkür steht im Sommer an. Dann beginnt der eigentliche Wahlkampf um die Nachfolge von Präsident Barack Obama, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf. Die Wahl findet am 8. November statt.

Kurz erklärt - So funktionieren die US-Wahlen Iowa hat am 1. Februar als erster US-Bundesstaat über die Präsidentschaftsbewerber von Demokraten und Republikanern abgestimmt. Doch der Weg vom Vorwahlauftakt im Mittleren Westen bis zum entscheidenden Duell um das Weiße Haus ist noch lang.