US-Vorwahlen - Sanders und Trump gewinnen in New Hampshire Die Überraschung dieser Vorwahl ist das starke Ergebnis des Senators Bernie Sanders, der nun deutlich vor Hillary Clinton liegt. Bei den Republikanern hat sich Donald Trump die meisten Stimmen gesichert.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders haben die Vorwahlen ihrer Parteien im US-Bundesstaat New Hampshire gewonnen. Mehrere US-Fernsehsender meldeten unmittelbar nach Schließung der Wahllokale den Sieg des rechtspopulistischen Geschäftsmanns und des linken Senators. Sanders und Trump hatten in den Umfragen vor der Wahl vorn gelegen.

Sanders setzte sich in dem Bundesstaat im Nordosten der USA gegen die frühere Außenministerin Hillary Clinton durch, die den Auftakt der Vorwahl vor einer Woche in Iowa noch knapp für sich entschieden hatte.

Nach Auszählung von 77 Prozent der Stimmbezirke kam Sanders  auf 59,5 Prozent, Clinton auf 38,8 Prozent. Sanders sicherte sich damit mindestens 13 Delegierte für den Nominierungsparteitag der Demokraten, Clinton sicherte sich mindestens neun. In New Hampshire sind insgesamt 24 Delegierte für die Demokraten zu gewinnen, zwei sind noch nicht zugeteilt.

"Wir haben eine Botschaft gesandt, deren Echo von Washington bis zur Wall Street zu hören sein wird, von Maine bis nach Kalifornien", sagte Sanders in New Hampshire. "Und sie heißt: Die Regierung unseres Landes gehört allen Menschen, und nicht nur einer Handvoll Superreichen."

Clinton räumte ihre Niederlage ein und richtete den Blick auf die nächsten Vorwahlen in South Carolina und Nevada. "Wir werden jetzt für jede Stimme in jedem Staat kämpfen", sagte Clinton vor Anhängern. "Ich werde härter als jeder andere dafür arbeiten, tatsächlichen Wandel herbeizuführen und euer Leben besser zu machen", sagte sie.

Trump triumphiert

Bei den Republikanern zeichnete sich ein klarer Sieg für Donald Trump ab. Nach mehr als 70 Prozent der ausgezählten Stimmen entfielen laut übereinstimmender Angaben mehrerer US-Sender rund 34 Prozent auf Trump. Der Zweitplatzierte John Kasich, Gouverneur von Ohio, erreichte demnach 16 Prozent. Hinter Trump und Kasich folgten Iowa-Gewinner Ted Cruz, Jeb Bush und Marco Rubio, die alle mehr als zehn Prozent erreichten. Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, landete lauf Platz sechs, dahinter abgeschlagen Carly Fiorina und der ehemalige Neurochirurg Ben Carson. Christie deutete am Abend an, einen Verbleib im Wahlkampf überdenken zu wollen.

"Menschen von New Hampshire, vergesst das niemals: Mit Euch hat es angefangen", sagte Donald Trump vor Anhängern. Unter seiner Führung werde das Land "wieder zum Gewinner" werden. Zudem versprach er unzählige Arbeitsplätze. Er werde der "größte Arbeitsplätze-Präsident sein, den Gott je erschaffen hat". Zudem werde er bessere Handelsdeals für die USA herausschlagen und die Terrororganisation IS "fertig machen".

Durch seinen Sieg geht Trump im Rennen um die meisten Delegierten für den Nominierungsparteitag der Republikaner in Führung. Allerdings waren in New Hampshire nur 23 Delegierte zu gewinnen. Sie werden proportional nach dem landesweiten Ergebnis vergeben, wodurch Trump mindestens neun gewinnen wird. Insgesamt braucht ein Bewerber bei den Republikanern 1.237 Delegierte für die Nominierung.

Die endgültige Zahl an Wahlmännern in New Hampshire hängt davon ab, wie viele Konkurrenten neben Trump mehr als zehn Prozent erhalten. Nach Auszählung von mehr als einem Viertel der Stimmen lagen sowohl John Kasich und Jeb Bush als auch Ted Cruz und Marco Rubio oberhalb dieses Wertes.

Kurz erklärt - So funktionieren die US-Wahlen Iowa hat am 1. Februar als erster US-Bundesstaat über die Präsidentschaftsbewerber von Demokraten und Republikanern abgestimmt. Doch der Weg vom Vorwahlauftakt im Mittleren Westen bis zum entscheidenden Duell um das Weiße Haus ist noch lang.