Flüchtlingspolitik - Lob und Kritik nach EU-Gipfel in Brüssel Bei einem Treffen in Berlin lobte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Bundeskanzlerin Angela Merkel.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als "Stimme der Moral" in der Flüchtlingskrise gewürdigt. "Sie ist eine wahre moralische Stimme – nicht nur in Europa, sondern in der Welt insgesamt." Merkel habe in der Flüchtlingskrise großes Mitgefühl gezeigt, Verantwortung übernommen und Führungsqualitäten bewiesen, sagte Ban nach einem Treffen mit der Kanzlerin, bei dem er das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam. Während Merkel versuche, "den Schutz jedes einzelnen Menschen" in den Mittelpunkt zu stellen, hätten andere Politiker "lieber den einfachen Weg gewählt".

Auch für ihr Vorgehen in der Ukraine-Krise erhielt die Kanzlerin Lob von Ban. Merkel habe durch "diplomatisches Geschick, Ausdauer und Hartnäckigkeit" viel erreicht, sagte Ban.

Zugleich warnte er vor den Folgen der Flüchtlingskrise. Die Situation habe in vielen Ländern zu einer Verschärfung der Asylgesetze und zu "Spaltung, Unstimmigkeit und Uneinigkeit unter den Europäern" geführt. Ban appellierte an alle Staats- und Regierungschefs, eine "humanitäre Reaktion zu zeigen". Dazu seien alle 28 EU-Staaten in der Lage. In Europa könne insgesamt noch mehr geleistet werden.

Bei der europäischen Flüchtlingspolitik dürfe es nicht nur ums Geld gehen, sagte Ban mit Blick auf die sich abzeichnende Vereinbarung mit der Türkei. Zudem dürften auch nicht die Menschenrechte außer Acht gelassen werden. Beim EU-Türkei-Gipfel hatte der türkische Regierungschef Ahmet Davutoğlu überraschend die Rücknahme aller in Griechenland neu ankommenden Flüchtlinge angeboten und dies mit weitreichenden Gegenforderungen verknüpft, darunter neue Milliardenforderungen.

Angela Merkel - "Es kann nicht sein, dass irgendetwas geschlossen wird" Bundeskanzlerin Angela Merkel wehrt sich vor Beginn des EU-Gipfels dagegen, dass die Balkanroute für geschlossen erklärt wird.