Kuba - Obama fordert Bürgerrechte für kubanische Bevölkerung US-Präsident Barack Obama hat seinen Kubabesuch mit einer Rede beendet. Darin forderte er, dass den Kubanern das Recht auf freie Meinungsäußerung gewährt werden müsse.

Barack Obama hat sich im großen Theater von Havanna an das kubanische Volk gewandt. "Ich bin gekommen, das letzte Stück Kalten Krieg zu beenden", sagte der US-Präsident, der als erstes amerikanisches Staatsoberhaupt seit über 50 Jahren das Land bereist. "Die Isolationspolitik macht keinen Sinn im 21. Jahrhundert", sagte Obama. "Wir sollten künftig beachten, was uns eint."

Der US-Präsident hielt seine Rede im Beisein des kubanischen Präsidenten Raúl Castro, hinter ihm hingen eine amerikanische und eine kubanische Flagge. In seiner Rede wandte Obama sich immer wieder auf Spanisch an die Kubaner. "Ich glaube an das kubanische Volk", sagte er. "Die Zukunft des kubanischen Volks sollte in den Händen der jungen Menschen sein." Er sei ein Anhänger freier und demokratischer Wahlen, sagte Obama. "Und es sollte erlaubt sein, die Regierung zu kritisieren."

Nach dieser Anspielung auf die autoritär regierende kubanische Führung um den 84-jährigen Castro wandte sich Obama auch direkt an das Staatsoberhaupt: Die USA seien keine Bedrohung für Kuba, genauso wenig wie die "unterschiedlichen Stimmen" im kubanischen Volk.

Obama lobt Kubas Regierungskritiker

Obama sagte, er wünsche sich mehr Informationsfreiheiten für die Kubaner, zum Beispiel durch einen allgemeinen Zugang zum Internet: "Ich erwarte nicht, dass ihr mir in allem zustimmt. Aber ich will, dass ihr wisst, was ich denke." Die kubanische und die amerikanische Regierung sähen politisch viele Dinge anders. "Aber das ist okay, ich habe nichts dagegen, solange wir offen darüber debattieren", sagte der US-Präsident: "Wir sind doch alle Amerikaner." Jetzt gehe es darum, dass sich die beiden Staaten weiter annäherten. "Wir können diese Reise als Freunde, als Nachbarn und als Familien machen", sagte Obama. 

USA und Kuba - Ein Händedruck der Hoffnung Der kubanische Präsident Raul Castro hat seinen US-Amtskollegen Barack Obama in Havanna empfangen. Auf beiden Seiten sind die Erwartungen hoch.

Später traf Obama eine Gruppe kubanischer Dissidenten und lobt sie für ihren "außerordentlichen Mut". "Es erfordert oftmals großen Mut, im bürgerlichen Leben hier in Kuba aktiv zu sein", sagte er bei dem Treffen mit Regierungskritikern in der US-Botschaft in Havanna. Einige von ihnen seien in der Vergangenheit, einige bis vor kurzem, von den Regierungsbehörden festgehalten worden. Er hoffe, dass die US-Politik den Kubanern helfen werde, frei und in Wohlstand zu leben.