Syriens Präsident Baschar al-Assad will, dass die seit Samstag geltende Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland anhält. "Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert", sagte Assad in einem vorab veröffentlichen TV-Interview mit der ARD-Sendung Weltspiegel-Extra. Er bot Rebellen eine Amnestie und gegebenenfalls eine "Rückkehr in ihr normales ziviles Leben" an. Bedingung sei, dass sie die Waffen abgeben.

Zugleich bezeichnete Assad die Lage der Bevölkerung in seinem Land als "humanitäres Desaster". Er bestritt jedoch, dass seine Truppen die Rebellengebiete von jeglicher Versorgung abschnitten. Die syrische Armee und Städte unter ihrer Kontrolle würden aus diesen Regionen heraus bekämpft und bombardiert. "Wie sollten wir diese Gebiete von der Nahrungsmittelzufuhr ausschließen, wenn wir sie doch nicht an der Beschaffung von Waffen hindern können?", sagte der syrische Präsident.

An Deutschland gewandt sagte er, es sei "gut, wenn Flüchtlinge aufgenommen werden, die ihr Land in Not verlassen" hätten. Außerdem stellte er die Frage, ob es nicht klüger und auch "weniger kostspielig" sei, Syrern zu helfen, in ihrem eigenen Land leben zu können. Dafür müsste sich der Westen entschließen, gegen den Terror zu kämpfen und nicht gegen sein Land.

Er räumte ein, dass Syrien nicht mehr "vollständig souverän" sei und militärische Hilfe aus Russland, dem Iran und aus dem Libanon erhalte. Dies geschehe, um das Übergreifen des islamistischen Terrors zu begrenzen. Letztendlich seien sie nicht zur Verteidigung Syriens gekommen, sondern zu ihrer eigenen Verteidigung.

Die auf eine US-russische Initiative hin vereinbarte Feuerpause gilt ausdrücklich nicht für die radikalislamische IS-Miliz und den Al-Kaida-Ableger Al-Nusra-Front. Diese Gruppen dürfen weiter angegriffen werden. Russland unterstützt im Syrien-Konflikt seit mehreren Monaten die Regierungstruppen mit Luftangriffen.