Die zerstörte Fensterfront des Flughafen Brüssel-Zaventem. Bei den Anschlägen in Brüssel wurden 31 Menschen getötet und 300 verletzt. © Frederic Sierakowski/Pool/Reuters

Die Spur des Brüsseler und Pariser Terrornetzwerks führt offenbar auch nach Griechenland: Wie der Athener Nachrichtensender Skai unter Berufung auf die griechische Polizei berichtet, sollen Beamte in Athen bereits im Januar 2015 in zwei Wohnungen Pläne entdeckt haben, die auf einen Terroranschlag auf den Flughafen in Brüssel hindeuteten. Demnach wurden auch die Behörden in Belgien über den Fund informiert.

Nach Angaben des Senders wurden die Unterlagen in Wohnungen entdeckt, die von Islamisten angemietet worden waren. Nach den Anschlägen von Paris im November soll sich dann herausgestellt haben, dass es sich bei einem der Männer um Abdelhamid Abaaoud gehandelt hat.

Abaaoud gilt als mutmaßlicher Drahtzieher der Pariser Anschläge. Er wurde im November wenige Tage nach Terrorserie bei einem dramatischen Antiterroreinsatz im Pariser Vorort Saint-Denis getötet. Zuvor war für das Netzwerk quer durch Europa unterwegs und hatte auch eine Wohnung in Athen gemietet. Nach seinem Tod übermittelte die französische Polizei deshalb auch eine DNA-Probe des 27 Jahre alten Terroristen an ihre griechischen Kollegen.

Belgien - Festnahmen nach Anschlägen in Brüssel und Paris Die sechs Verdächtigen in Brüssel seien in den Vierteln Schaerbeek, Jette sowie im Stadtzentrum gestellt worden. Ein weiterer Verdächtigerwurde im Pariser Vorort Argenteuil festgenommen.

Festnahme in Athen

Später wurde im Zuge der Ermittlungen in einer anderen Wohnung in Athen ein 33-jähriger Mann verhaftet. Er wurde schließlich den belgischen Behörden übergeben. Um wen es sich dabei handelt und ob er ebenfalls zum engeren Kreis der Pariser und Brüsseler Angreifer gehört, ist nicht bekannt.

Am Dienstag hatten sich zwei Attentäter am Flughafen Brüssel-Zaventem in die Luft gesprengt. Rund eine Stunde später verübte ein weiterer Angreifer einen Selbstmordanschlag in einer U-Bahn-Station im Europaviertel. Insgesamt wurden mindestens 31 Menschen getötet und 300 weitere verletzt. Die Selbstmordattentäter und ihre Helfer sollen auch Verbindungen zu Dschihadisten gehabt haben, die für die Anschläge in Paris verantwortlich sind.

"Es gibt noch andere Netzwerke"

Die Behörden fahnden nach weiteren Hintermännern und Unterstützern des Terroristennetzwerks. Zuletzt wurden in Belgien, Frankreich und Deutschland fast ein Dutzend Verdächtige festgenommen. Noch flüchtig ist zum Beispiel ein Mann, der auf Bildern einer Flughafen-Überwachungskamera mit den beiden mutmaßlichen Selbstmordattentätern zu sehen ist. Außerdem könnte auch der Attentäter in der Metrostation Maelbeek einen Komplizen gehabt haben.

Frankreichs Präsident François Hollande bescheinigte den Behörden zwar, mit diesen Razzien und Festnahmen, die für die Terrorattacken in beiden Städten verantwortliche Verbindung zu zerschlagen. Gleichzeitig warnte er aber: "Wir wissen, dass es andere Netzwerke gibt." Wie die Polizeiaktionen in Gießen und Düsseldorf zeigen, auch in Deutschland. Bundesjustizmister Heiko Maas mahnte deshalb, sich nicht darauf zu verlassen, "dass der internationale Terrorismus eine Dauerschleife um Deutschland herum zieht". Die Bundesrepublik sei seit längerer Zeit ein potenzielles Anschlagsziel, sagte der SPD-Politiker der Saarbrücker Zeitung.