Belgische Hooligans stören Gedenkveranstaltung in Brüssel. © Yves Herman/Reuters

Die Randale rechtsradikaler Hooligans auf dem Brüsseler Börsenplatz hat in Belgien einen politischen Streit entfacht. Etwa 400 Hooligans hatten am Sonntag eine friedliche Gedenkveranstaltung für die Opfer der Terroranschläge von letzter Woche gestört. Medien berichteten von ausländerfeindlichen und nationalistischen Slogans, die skandiert wurden. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen die Hooligans ein. 

Brüssels Bürgermeister Yvan Mayeur erhob im Sender RTL schwere Vorwürfe. Die Sicherheitsbehörden hätten ihn bereits am Vortag vor "400 Verrückten" gewarnt, die nach Brüssel kommen wollten. Er beschwerte sich darüber, dass die Polizei des Ortes Vilvoorde nördlich von Brüssel die Hooligans nicht aufgehalten habe. Über Vilvoorde war der Großteil der Unruhestifter überwiegend aus Antwerpen angereist. Auch dem Innenminister Jan Jambon warf Mayeur Nachlässigkeit vor.

Die Vorwürfe werfen ein Schlaglicht auf die Zerrissenheit zwischen Wallonen und Flamen in Belgien. Der Brüsseler Bürgermeister ist französischsprachiger Sozialist. Zwar verurteilten die flämischen Christdemokraten, Liberalen, Grünen und Sozialisten die Vorfälle am Börsenplatz in einer Stellungnahme. Der Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever verzichtete aber ausdrücklich auf eine Distanzierung. De Wever ist Vorsitzender der flämischen Nationalisten-Partei N-VA von Innenminister Jambon.

Zu den Anschlägen in Brüssel, bei denen sich am 22. März drei Selbstmordattentäter am Flughafen Zaventem und in einer Metro-Station in die Luft gesprengt hatten, bekannte sich der "Islamische Staat". Die belgische Staatsanwaltschaft ließ am Sonntag 13 Wohnungen durchsuchen, die meisten im Großraum Brüssel. Eine ausdrückliche Verbindung zu den Attentaten stellte die Behörde aber nicht her. Von neun Festgenommenen wurden fünf wieder auf freien Fuß gesetzt.