Polens nationalkonservative Regierung hat nach den Terroranschlägen von Brüssel ihre Zusage zurückgezogen, 400 Flüchtlinge aufzunehmen. "Ich sage es ganz klar: Ich sehe keine Möglichkeit, dass im Moment Migranten nach Polen kommen", sagte Ministerpräsidentin Beata Szydło in einem Fersehinterview.

Zuvor hatten sich Abgeordnete ihrer Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und der rechtspopulistischen Opposition entschieden gegen die Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen und dies mit den Anschlägen vom Dienstag in Brüssel begründet. Regierungssprecher Rafał Bochenek sagte, für die Ministerpräsidentin sei die Sicherheit der Polen am wichtigsten. Die Bürger des Landes müssten vor "Ereignissen wie jetzt in Ländern Westeuropas" geschützt werden.

Die Regierung unter Szydło ist seit November im Amt. Sie hatte beschlossen, in diesem Jahr nur 400 Flüchtlinge in Polen aufzunehmen. Szydłos liberalkonservative Amtsvorgängerin Ewa Kopacz und ihre Regierung hatten sich in den Gesprächen mit der EU noch zur Aufnahme von etwa 7.500 Flüchtlingen verpflichtet. Laut einer aktuellen Umfrage sind zwei Drittel der Polen dagegen, dass Flüchtlinge ins Land kommen.

Auch Paweł Soloch, der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Andrzej Duda, warnte im polnischen Fernsehen vor zu vielen Flüchtlingen in Polen. "Passen wir auf, dass aus 10.000 nicht 100.000 werden", sagte er. Er sehe bei einer größeren Zahl von Flüchtlingen einen Anstieg der Terrorgefahr. Die PiS hatte bereits im Wahlkampf Furcht vor muslimischen Flüchtlingen geschürt.