Der Wahlkampfleiter des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump ist wegen mutmaßlicher Körperverletzung im US-Bundesstaat Florida festgenommen worden. Corey Lewandowski wird vorgeworfen, während einer Veranstaltung Trumps eine Journalistin absichtlich und gegen deren Willen am Arm gepackt zu haben, wie aus einem Bericht der Polizei der Stadt Jupiter hervorgeht. Der 42-Jährige sei wieder entlassen worden, er müsse zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht erscheinen.

Der Vorfall soll sich am 8. März ereignet haben. Den Polizeiunterlagen zufolge handelt es sich bei der Journalistin um Michelle Fields, eine ehemaligen Reporterin des konservativen Nachrichtenportals Breitbart. Nachdem Trump eine Pressekonferenz beendet hatte, wollte ihm Fields noch eine Frage stellen und folgte ihm durch den Saal. Die Journalistin wurde dabei nach eigener Darstellung von Lewandowski hart am Arm gepackt und gestoppt. Sie soll eine Quetschung davongetragen haben. Zum Beweis fotografierte Fields ihre blauen Flecken.

Die Polizei veröffentlichte ein Video, das zeigt, wie Fields neben Trump geht und dann von Lewandowski am Arm gegriffen und nach hinten gezogen wird. Der Vorwurf lautet auf leichte Körperverletzung, was mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder einer Geldstrafe von 1.000 Dollar geahndet werden kann. Ein Gerichtstermin wurde für den 4. Mai angesetzt.

"Ich habe sie nie berührt"

Lewandowski bestritt, gegen die Journalistin tätlich geworden zu sein. "Sie sind total verrückt. Ich habe Sie nie berührt. Fakt ist, dass ich Sie niemals getroffen habe", schrieb er auf Twitter. Auch Trumps Wahlkampfstab wies die Vorwürfe zurück. Lewandowski sei absolut unschuldig, werde entsprechend plädieren und freue sich auf den Tag vor Gericht, teilte eine Sprecherin des Wahlkampfteams mit. Lewandowskis Anwalt lehnte eine Stellungnahme ab, ob dieser als Wahlkampfleiter zurücktreten werde.

Dem Trump-Team kommt die Anklage und die damit verbundene Öffentlichkeit nicht gelegen. Gewalttätige Übergriffe bei Wahlkampfveranstaltungen des republikanischen Bewerbers sind ein viel diskutiertes Thema. Trump selbst hat sich über Gewalt etwa gegen Demonstranten wiederholt mindestens billigend geäußert.

Bis Anfang Juni laufen noch die Vorwahlen, bei denen die Republikaner entscheiden sollen, wen sie als Kandidaten in die Präsidentenwahl im November schicken wollen. Trump ist derzeit Favorit.