Die Zahl der libyschen Flüchtlinge nimmt zu. © Hani Amara/Reuters

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, Elmar Brok, hat sich für eine Ausweitung des Anti-Schleuser-Militäreinsatzes der EU im Mittelmeer auf libysche Gewässer ausgesprochen. "In den nächsten Monaten droht ein neuer Ansturm aus Libyen", sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post mit Blick auf Flüchtlinge in dem nordafrikanischen Krisenland.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) habe einen Teil der Häfen erobert und wolle in das Schleusergeschäft einsteigen. "Deshalb ist es wichtig, dass dort schnell solche Verhältnisse geschaffen werden, dass die schon bereitstehende EU-Marinemission in den dortigen Territorialgewässern und Häfen gegen die Schlepper vorgehen kann", sagte Brok. Ähnlich hatte sich vergangene Woche auch der britische Premierminister David Cameron geäußert.

Schleuser haben im vom Bürgerkrieg zerrütteten Libyen leichtes Spiel. Aus dem Westen des Landes starten vor allem in den Sommermonaten viele Boote zu italienischen Inseln.

Unklar ist, mit wem über eine solche Ausweitung verhandelt werden könnte. Nach monatelangen Verhandlungen steht zwar eine Regierung der nationalen Einheit, Widerstand der rivalisierenden islamistischen und weltlichen Mächte in dem Land verhinderte deren Einsetzung aber bislang.