Nach den Terroranschlägen von Brüssel soll in Kürze ein Sondertreffen der für Innere Sicherheit zuständigen EU-Minister stattfinden. Wie die niederländische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte, könnte es bereits an diesem Donnerstag organisiert werden. Belgien habe um ein Treffen gebeten, teilte der für Sicherheit und Justiz zuständige niederländische Minister Ard van der Steur mit. Ein ähnliches Sondertreffen hatte es nach den Anschlägen von Paris im vergangenen November gegeben.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière forderte erneut einen besseren Austausch sicherheitsrelevanter Daten in Europa. Es gebe immer noch "getrennte Datentöpfe der Ausländerbehörden, der Visa-Behörden, der Polizeibehörden, der Nachrichtendienste", sagte der CDU-Politiker in einem ZDF-Spezial. Diese müssten besser miteinander verknüpft werden. "Es kann nicht sein, dass Datensilos Vorbeugung verhindern."

De Maizière geht davon aus, dass das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England am Samstag in Berlin stattfinden kann. "Wir haben keine Hinweise auf eine Sicherheitsgefährdung, und wir wollen – wenn es irgendwie geht – unser freiheitliches Leben nicht durch den Terror beeinflussen lassen", sagte er dem RTL Nachtjournal.

Justizminister Heiko Maas (SPD) rief zu entschiedenem Widerstand gegen den Terror auf. "Der Terror hat in Brüssel zugeschlagen, aber er trifft uns alle". "So brutal diese Anschläge waren, so entschlossen werden wir unsere Freiheit und unsere Demokratie verteidigen. Europa weicht nicht zurück und steht zusammen." Maas sicherte den belgischen Behörden umfassende Unterstützung bei den Ermittlungen zu.

Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok forderte eine bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Geheimdienste. "Es muss endlich Schluss sein mit der Geheimniskrämerei der nationalen Geheimdienste und Sicherheitsbehörden in Europa", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments den Ruhr Nachrichten "Die EU-Partner müssen endlich besser miteinander kooperieren und Europol effizienter arbeiten."

Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Ansgar Heveling (CDU), forderte wie Innenminister de Maizière eine bessere Vernetzung der Sicherheitsbehörden in Europa. "Die Dienste müssen künftig Informationen schneller und effizienter austauschen können", sagte Heveling der Rheinischen Post. Die Behörden benötigten jeweils einen Zugriff auf mehr Daten aus anderen europäischen Ländern. "Die Initiative Deutschlands und Frankreichs hierzu muss die EU rasch umsetzen."

Heveling sprach angesichts der Anschläge von einer "neuen Dimension des islamistischen Terrors". Als Reaktion des "Islamischen Staates" (IS) auf die Festnahme von Salah Abdeslam seien die Anschläge"überraschend schnell erfolgt. "Diese Schlagkraft und Reaktionsfähigkeit des IS in Europa ist besorgniserregend", betonte der Innenpolitiker.