Auf den griechischen Ägäis-Inseln Lesbos und Chios sind laut lokalen Medienberichten erste türkische Verbindungsoffiziere der Küstenwache eingetroffen. Sie sollen gemeinsam mit den Behörden vor Ort die Rückführung von irregulär nach Griechenland gelangten Flüchtlingen organisieren. Die Zusammenarbeit ist wesentlicher Bestandteil des Flüchtlingspaktes zwischen der Türkei und der EU.

Das Abkommen sieht vor, dass nahezu alle Menschen, die von der Türkei nach Griechenland flüchten, künftig zurückgeschickt werden. Vorher sollen sie registriert werden und Asylanträge stellen dürfen. In der EU bleiben darf allerdings nur, wer nachweisen kann, dass er in der Türkei nicht sicher ist.

Griechenland hat bereits angekündigt, die vereinbarten Ziele der Vereinbarung zeitlich nicht einhalten zu können. Ein solcher Plan lasse sich nicht in nur 24 Stunden umsetzen, sagte der Koordinator für Einwanderungspolitik, Giorgos Kyritsis, am Wochenende. Zwar fordere auch Regierungschef Alexis Tsipras die rasche Umsetzung. "Aber de facto braucht man Strukturen, das Personal muss vorbereitet sein und das dauert ein bisschen länger." In Griechenland fehlen vor allem Asylexperten und Dolmetscher, die Asylanträge behandeln und entscheiden. Griechenland erwartet nach den Worten von Regierungschef Alexis Tsipras 2.300 Beamte zur Unterstützung.   

Das Abkommen gilt seit Sonntag, mit der Abschiebung soll am 4. April begonnen werden. Im Gegenzug verspricht die EU, syrische Flüchtlinge direkt aus der Türkei zu übernehmen. Durch die Regelung sollen die Flüchtenden davon abgehalten werden, den gefährlichen Weg über das Mittelmeer zu wählen. Das Abkommen ist umstritten. Die Vereinten Nationen fürchten etwa, dass das Grundrecht auf Asyl umgangen werden könnte.