Was wir wissen

Am Dienstagmorgen gab es zwei Anschläge auf den Brüsseler Flughafen Zaventem und auf die Metro.   

Um 7.58 Uhr detonierten zwei Sprengsätze in der Abflughalle des Flughafens an den Check-in-Schalterreihen 1 und 2. Sie liegen vor der ersten Sicherheits- und Passkontrolle.

Die Staatsanwaltschaft identifizierte zwei Männer, die sich selbst in die Luft sprengten. Sie sind auf einem Foto aus einer der Überwachungskameras des Flughafens zu sehen:

Ibrahim El Bakraoui ist  29 Jahre alt und belgischer Staatsbürger.2010 hatte ein Brüsseler Gericht ihn zu neun Jahren Haft verurteilt, weil er bei einem Einbruch mit einer Kalaschnikow auf Polizisten gefeuert hatte.

Der zweite Selbstmordattentäter war Najim Laachraoui. Er ist der Mann links auf dem Foto und war von den Behörden wegen der Anschläge in Paris gesucht worden. 

Der dritte Mann ist flüchtig und nicht namentlich identifiziert.

Die Sprengsätze waren Splitterbomben. Es wurde TATP-Sprengstoff verwendet, wie er auch bei den Anschlägen in Paris zum Einsatz kam.

Um 9.11 Uhr sprengte sich in der Metrostation Maelbeek ein weiterer Selbstmordattentäter in die Luft.

Es handelt sich um den gebürtigen Brüsseler Khalid El Bakraoui. Der 27-Jährige ist der Bruder des einen Attentäters vom Flughafen. Er wurde wegen der Anschläge in Paris von Interpol gesucht. Unter falscher Identität soll er für die Pariser Terrorgruppe ein Haus in Charleroi gemietet haben. Schon Anfang 2011 war er wegen gewaltsamer Überfälle auf Autobesitzer zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. 

Auch eine Wohnung im Brüsseler Stadtteil Forest lief auf seinen Tarnnamen. Dort sollen sich auch der 35-jährige Algerier Mohamed Belkaid aufgehalten haben, der bei einer Polizeiaktion vergangene Woche erschossen wurde sowie der 26-jährige Franzose Salah Abdeslam, der nach offiziellen Angaben die Pariser Anschlagsserie vom November maßgeblich mit vorbereitet hatte. Er war den Fahndern nach 126 Tagen Flucht in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek ins Netz gegangen. Er sitzt nun unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in Untersuchungshaft in Brügge. 

Die attackierte Metrostation liegt in unmittelbarer Nähe zu den Gebäuden der EU-Kommission. Auch zur deutschen Botschaft sind es nur fünf Minuten zu Fuß. Die betroffene U-Bahn-Linie verbindet das Stadtzentrum mit dem Europaviertel. Sie führt unterhalb der Rue de la Loi entlang, an der das belgische Parlament, der Sitz des Premierministers und die Zentrale der EU-Kommission liegen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Mittwoch starben mehr als 30 Menschen, rund 300 wurden verletzt. Auch deutsche Staatsbürger sind unter den Verletzten. Die Ermittler stufen die Angriffe als Terror ein. Drei Untersuchungsrichter leiten die Ermittlungen.  

Ein weiterer Verdächtiger wurde auf Fotos von Überwachungskameras aus der Metrostation Maelbeek gesehen. Er ist nicht identifiziert.

Im ganzen Land wurden Zeugen verhört sowie Häuser und Wohnungen durchsucht. Bei einer der bislang fünf Durchsuchungen fanden Fahnder in Schaerbeek unter anderem 15 Kilogramm hochexplosives Azetonperoxid (den Sprengstoff TATP), einen Koffer mit Nägeln und Schrauben sowie weiteres Material für den Bau von Bomben. Die Polizei durchsuchte die Räume dort wegen des Hinweises eines Taxifahrers, der die drei Männer zuvor von Schaerbeek zum Flughafen gefahren hatte. Die Meldungen vom Dienstag, auch eine Flagge des "Islamischen Staates" sei dort gefunden worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft nicht.

Der "Islamische Staat" bekannte sich zu den Taten. Zunächst meldete das die IS-nahe Nachrichtenagentur Amaq. Am späten Dienstagnachmittag kam die arabische Version eines Bekennerschreibens. Es enthält keine Fakten, Namen oder sonstige Informationen, die man nicht auch aus den Nachrichten hätte erfahren können. Es fehlt somit Täterwissen. Das macht es schwer, die Authentizität der Mitteilung zu bestätigen.

Was wir nicht wissen

Die Identität von zwei flüchtigen Männern ist nicht bekannt: Die des Mannes in der weißen Jacke vom Flughafen und die des Verdächtigen aus dem U-Bahnhof. Unbekannt ist auch, ob es noch weitere Unterstützer der Terrorzelle gibt.


Orte der Anschläge in Brüssel

Flughafen Brüssel-Zaventem, Karte
Brüssel, Maelbeek, U-Bahn, Metrostation, Karte