Bei Luftangriffen im Norden von Jemens Hauptstadt Sanaa sind mindestens 41 Zivilisten getötet worden. Das teilten die Behörden vor Ort mit. Bei dem Bombardement der saudischen Allianz auf einen Markt in der Provinz Hadscha, die von Rebellen kontrolliert wird, seien zudem 35 Menschen verletzt worden.

Ein Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens fliegt seit einem Jahr Angriffe in dem Bürgerkriegsland. Die schiitischen Huthi-Rebellen kontrollieren große Teile vor allem im Norden und Westen des Landes und kämpfen gegen Truppen und Verbündete von Präsident Rabbo Mansur Hadi.

Im Jemen ereigne sich eine humanitäre Katastrophe, die den Horror des Kriegs in Syrien noch übersteige, berichten Hilfsorganisationen. Längst hat sich der Bürgerkrieg zu einem Stellvertreterkrieg mit internationaler Beteiligung ausgeweitet. Auf der einen Seite stehen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und Soldaten des Ex-Präsidenten Ali Abdullah Saleh. Sie kämpfen gegen Anhänger von Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, der von sunnitischen Staaten unter Führung von Saudi-Arabien mit Luftangriffen unterstützt werden. Bei den flächendeckenden Bombardements unter saudischer Führung wurden mutmaßlich schwere Kriegsverbrechen begangen, wie ein Bericht von Amnesty International nahelegt. 


Laut UN-Angaben wurden in dem Konflikt seit März vergangenen Jahres etwa 6.000 Menschen getötet. Fast die Hälfte der Opfer waren Zivilisten. 80 Prozent der Bevölkerung, etwa 21 Millionen Menschen, sind laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR auf Hilfslieferungen angewiesen, darunter auch die 2,3 Millionen Vertriebenen innerhalb des Landes. Die Vereinten Nationen werfen den Kriegsgegnern vor, gezielt Krankenhäuser, Schulen und andere zivile Ziele anzugreifen. Mehr als 2.000 Kinder seien Schätzungen zufolge in den vergangenen Monaten getötet oder verletzt worden.