US-Kampfbomber haben bei einem Angriff im Jemen nach Pentagon-Angaben mehrere Dutzend Kämpfer des Terrornetzwerks Al-Kaida getötet. Die Attacke habe ein Trainingslager getroffen, das von mehr als 70 Islamisten genutzt worden sei, so ein Sprecher. Der Angriff zeige die Entschlossenheit der USA, die Extremisten zu besiegen. Die genaue Zahl der Getöteten werde noch ermittelt. Zuvor hatten jemenitische Regierungs- und Stammesangehörige gesagt, bei Luftangriffen der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition seien Dutzende Menschen getötet oder verletzt worden.

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Akap) ging 2009 aus einem Zusammenschluss des jemenitischen und saudi-arabischen Flügels des von Osama bin Laden gegründeten Netzwerks hervor. Unter anderem bekannte die Gruppe sich zum tödlichen Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo im vergangenen Jahr. Der Jemen ist traditionell eine Hochburg des Akap, der von westlichen Experten als gefährlichster Al-Kaida-Ableger eingestuft wird.

Seit März 2015, dem Beginn der Luftangriffe der sunnitischen arabischen Militärkoalition gegen schiitische Rebellen im Jemen, wurden nach UN-Angaben mehr als 3.200 Zivilisten getötet, insgesamt gab es fast 6.300 Tote. Die meisten der zivilen Opfer wurden demnach durch Luftangriffe getötet.

Die Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten Koalition richten sich gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee, die Anfang vergangenen Jahres die Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert und Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen hatten. Die Militärkoalition will die Huthi-Rebellen zurückdrängen und Hadi ermöglichen, an die Macht zurückzukehren.