Propagandafoto von Machthaber Kim Jong Un im Gespräch mit nordkoreanischen Rüstungsexperten © KCNA/Reuters

Nordkorea hat angekündigt, jegliche Güter südkoreanischer Firmen auf nordkoreanischem Boden zu konfiszieren und zu verkaufen. Alle Vereinbarungen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Südkorea erklärte das kommunistische Regime für nichtig. Das betrifft hauptsächlich die Sonderwirtschaftszone Kaesŏng. Der Industriepark, der in Nordkorea liegt, wurde vergangenen Monat als Reaktion auf einen Raketenstart Nordkoreas geschlossen. Die Wirtschaftszone wurde Ende der 1990er Jahre als Zeichen der Entspannung zwischen den beiden verfeindeten Staaten geschaffen. In Kaesŏng haben 124 südkoreanische Unternehmen Fertigungsstätten.

Zuvor hatte Nordkorea nach Angaben aus Südkorea zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Wie das südkoreanische Verteidigungsministerium in Seoul mitteilte, flogen die Raketen rund 500 Kilometer weit und landeten dann vor der nordkoreanischen Hafenstadt Wŏnsan im Meer. Nordkorea testet regelmäßig Raketen von kurzer Reichweite. Zuletzt hatte das nordkoreanische Militär kurz nach der drastischen Verschärfung der UN-Sanktionen in der vergangenen Woche sechs Kurzstreckenraketen ins Meer abgeschossen.

Die jüngsten Raketentests erfolgten inmitten zunehmender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Diese stiegen am Montag weiter, als die USA und Südkorea ein mehrwöchiges Großmanöver starteten. Das Regime in Pjöngjang drohte daraufhin mit einem "präventiven" Atomschlag. Anfang März hatten Nordkoreas Staatsmedien berichtet, Machthaber Kim Jong Un habe die sofortige Einsatzbereitschaft von Atomwaffen angeordnet.

Nordkorea hatte am 6. Januar seinen vierten Atomwaffentest seit dem Jahr 2006 und einen Monat später den Start einer ballistischen Rakete bekannt gegeben. Beides verstieß gegen UN-Resolutionen.

Atomwaffen - Besitzt Nordkorea Atomraketen? Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ließ verlauten, dass sein Land mittlerweile in der Lage sei, ballistische Raketen mit Atomsprengköpfen zu bestücken. Experten der USA und Südkoreas bezweifeln dies allerdings.