Tatort des Anschlages von Lahore © Rana Irfan Ali/Getty Images

Der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif hat nach dem Anschlag von Lahore einen kompromisslosen Kampf gegen Terroristen aller Art angekündigt. Pakistan werde die "terroristische Denkweise" zerschlagen, sagte er nach einer Krisensitzung des Kabinetts.

Bei dem Anschlag waren mindestens 70 Menschen gestorben, unter ihnen 35 Kinder. Etwa 350 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Der Attentäter hatte sich im Gulshan-e-Iqbal Park in der Nähe eines Spielplatzes in die Luft gesprengt. Der Park war an dem Abend aufgrund des warmen Wetters gut besucht gewesen. Auch viele christliche Familien waren dort um Ostern zu feiern.  

Am Tag nach dem Anschlag steht die Stadt beinahe still. Auf den Straßen ist wenig Verkehr, die Schulen sind geschlossen, viele Geschäfte bleiben zu. Es gab bereits die ersten Beerdigungen von Todesopfern des Anschlags.

Pakistan - Taliban verübten Anschlag in Lahore Bei einem Selbstmordanschlag in der Millionenstadt Lahore im Osten Pakistans sind mindestens 70 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte auf einem Spielplatz, unter den Toten sind viele Kinder.

Die Park-Bombe von Lahore zählt zu den tödlichsten Anschlägen in Pakistan. Im Dezember 2014 hatten pakistanische Taliban in einer Schule in Peschawar 136 Kinder ermordet. Danach hatte die Regierung massive Militäroperationen vor allem gegen Taliban-Gruppen begonnen.

Die Taliban-Splittergruppe Jamaat-ul-Ahrar bekannte sich zu dem Anschlag. Sie versteht sich als Teil der Terrormiliz "Islamischer Staat". "Wir haben das Attentat von Lahore begangen, weil Christen unser Ziel sind", sagte ein Sprecher von Jamaat-ul-Ahrar. Nach Behördenangaben waren unter den Opfern jedoch mehr Muslime als Christen.  

Razzien nach dem Anschlag

Nach dem Anschlag von Lahore begannen Armee und Polizei ihre Aktion gegen mutmaßliche Unterstützer. Bei Razzien seien Menschen festgenommen worden, zudem sei eine große Menge Munition sichergestellt worden, teilte das Militär mit.

Sharif sagte eine für Montag vorgesehene Reise nach Großbritannien ab. Religiöse Fundamentalisten und ihre Parteien werfen Sharif eine verwestlichte Politik vor – auch weil seine Regierung in diesem Monat Feste anderer Religionen als Feiertage anerkannte.

Deutschland, die USA, Frankreich und die Türkei verurteilten die Tat in Lahore scharf. Das Bundesaußenministerium teilte mit, der Terrorismus richte sich in seinem mörderischen Wahn gegen alle Menschen, gleich welchen Glaubens und welcher Hautfarbe. Die Bundesregierung trauere mit Pakistan um die Opfer und sei in Gedanken bei den Angehörigen und Verletzten.