Die syrische Armee meldet Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Palmyra. Laut dem Staatsfernsehen haben die Regierungstruppen die symbolisch wichtige Zitadelle der antiken Ruinenstadt vom IS zurückerobert. Die Streitkräfte hätten die Kontrolle über die Zitadelle gewonnen, nachdem sie den Dschihadisten viele Verluste beigebracht hätten, zitierte der TV-Sender eine Armeequelle.

Die Festung liegt am Rand der einzigartigen archäologischen Stätten Palmyras. Zuvor hatte die Armee einen strategisch wichtigen Hügel eingenommen, von dem aus man die historischen Kulturschätze überblicken kann, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete.

Gekämpft werde an den Eingängen zu Palmyra, meldete derweil die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf einen Militärvertreter. Die Soldaten hätten auch die Anhöhen rund um die Stadt erobert. Am Donnerstag waren sie mit russischer Unterstützung aus der Luft in die Stadt eingedrungen, aber zunächst zurückgeschlagen worden.

Unterstützung der russischen Luftwaffe

Die Armee ist laut der Beobachtungsstelle nach Gefechten mit IS-Kämpfern am Rand von Palmyra in das südwestliche Viertel Al-Gharf vorgedrungen; auch vom Norden aus rücke die Armee auf die Stadt vor. Die Regierungstruppen wurden demnach von russischen Kampfjets unterstützt. Seit Dienstag seien etwa 40 Dschihadisten und 8 regierungstreue Kämpfer getötet worden.

Ein Vertreter des syrischen Militärs sagte, die schweren Kämpfe dauerten an. Auch russische Elitesoldaten seien daran beteiligt. Russische Nachrichtenagenturen zitierten einen russischen Militärvertreter mit der Aussage, dass in der Nähe von Palmyra ein russischer Offizier getötet worden sei, der vom Boden aus Hinweise für präzise Luftangriffe gegeben habe.

Die syrischen Truppen führen seit Tagen eine Offensive, um Palmyra  einzunehmen. Die Stadt war im Mai 2015 vom IS erobert worden. Würde die Terrormiliz aus Palmyra vertrieben, wäre dies ein spürbarer Rückschlag für sie. Der IS pflegt in seinem selbst erklärten Kalifat in Syrien und im Irak eine brutale Lesart des islamischen Rechts, das in antiken Kulturgütern Symbole des Götzendienstes und Heidentums sieht, die es zu zerstören gilt.

Palmyra zählt zu den spektakulärsten historischen Stätten im Nahen Osten und zum Unesco-Weltkulturerbe. In den Monaten nach der Eroberung der Stadt sprengte der IS antike Tempel und Statuen und ließ Gefangene öffentlich hinrichten.

Irakische Truppen greifen Mossul an

Im Irak setzten die Regierungstruppen und verbündete Kämpfer die Offensive zur Rückeroberung der Stadt Mossul fort. Während der ersten Phase ihres Einsatzes in der nördlichen Provinz Niniwe eroberten die Soldaten nach Angaben der Armee vier Dörfer.

In der Großen Moschee von Mossul rief der Anführer der IS-Miliz, Abu Bakr al-Bagdadi, Muslime weltweit auf, in die Region zu kommen und ihn beim Dschihad zu unterstützen. Es war der erste öffentliche Auftritt des selbst ernannten Kalifen.

Mossul ist die Hauptstadt der Provinz Niniwe; ihre Rückeroberung wäre ein Meilenstein für das irakische Militär. Im Juni 2014 brachte der IS die Millionenmetropole unter seine Kontrolle und errichtete ein Terrorregime. Rund 30.000 Soldaten sollen vor 800 anrückenden militanten Islamisten geflohen sein.

Wie in anderen eroberten Regionen vernichteten die Extremisten auch in Mossul Dutzende historische Denkmäler. Im städtischen Museum wurden Jahrtausende alte Statuen aus assyrischer Zeit zerstört.

Kerry und Putin beraten in Moskau

Die USA und Russland teilten mit, Regierung und Opposition in Syrien zu direkten Friedensgesprächen im schweizerischen Genf drängen zu wollen. Ziel sei die baldige Bildung einer Übergangsregierung in dem Bürgerkriegsland, teilten US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow in Moskau mit. Lawrow sagte, direkte Verhandlungen von Regierung und Opposition müssten baldmöglichst beginnen.

Kerry sagte nach rund vierstündigen Gesprächen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin, dass man sich einig sei, dass Assad "das Richtige tun soll", um die Friedensgespräche zum Erfolg zu führen. Die USA und Russland wollten erreichen, dass bis August ein Entwurf für eine neue syrische Verfassung vorliege.