Ein Soldat der syrischen Armee in der Wüstenstadt Palmyra © EPA/dpa

Experten haben geringere Schäden als befürchtet an den antiken Stätten von Palmyra festgestellt. Sie hatten die antiken Gebäude und Skulpturen einen Tag nach der Rückeroberung durch die syrische Armee besichtigt.

Zuvor war die Stadt in der Gewalt der Terrormiliz "Islamischer Staat". Während der Besetzung hatte der IS den berühmten Baal-Tempel, den kleineren Tempel von Baalschamin, den Triumphbogen und mehrere antike Grabtürme zerstört. Der Chef der Altertümerverwaltung, Maamun Abdulkarim, zeigte sich nun jedoch zuversichtlich, Palmyra mit UN-Hilfe binnen fünf Jahren wieder aufzubauen. Die Landschaft sei "im Großen und Ganzen in einem guten Zustand".

Der syrischen Armee war es am Sonntag nach wochenlangen Kämpfen und mit Unterstützung der russischen Luftwaffe sowie der libanesischen Hisbollah-Miliz gelungen, Palmyra vollständig vom IS zurückzuerobern. Einem Militärvertreter vor Ort zufolge zogen sich die Dschihadisten nach Osten und Norden in ihre Stellungen in Al-Suchnah, Rakka und Deir Essor zurück. 

Die Wohnbezirke in der Neustadt von Palmyra waren nahezu menschenleer, vor dem Krieg lebten dort etwa 70.000 Menschen. Viele Häuser waren zerstört, der Großteil der Altstadt scheint jedoch intakt zu sein.

Palmyra liegt 210 Kilometer nordöstlich von Damaskus mitten in der syrischen Wüste und ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten des Landes. Vor Beginn des Bürgerkriegs 2011 besuchten jährlich mehr als 150.000 Touristen die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Ruinen. 

Vor der Eroberung der Stadt durch die Dschihadisten wurden wichtige Kunstwerke aus dem örtlichen Museum in Sicherheit gebracht, doch plünderten die Extremisten mehrere der reich verzierten Mausoleen. Im Theater vollzogen sie Hinrichtungen, ein Museum wandelten sie zum Gefängnis um. Zudem ermordeten sie den 82-jährigen früheren Chefarchäologen der Stadt.