Pedro Sánchez ist erneut nicht zum Ministerpräsidenten von Spanien gewählt worden. Der Chef der Sozialisten (PSOE) verfehlte auch beim zweiten Anlauf die nötige Stimmenzahl im Parlament.

Von den insgesamt 350 Abgeordneten hatten am Freitagabend 131 für Sánchez votiert. Der 44-Jährigen wurde von seiner eigenen Partei sowie der wirtschaftsfreundlichen Bürgerplattform Ciudadanos und einer kleinen Partei von den Kanaren unterstützt. Die regierenden Konservativen, das Protestbündnis Podemos, eine Linkspartei und vier Regionalparteien aus dem Baskenland und Katalonien stimmten gegen den Sozialisten-Chef.

Schon am Mittwoch hatte Sánchez nicht die erforderliche Mehrheit erreicht. Diesmal brauchte er nur mehr Ja- als Nein-Stimmen, doch mangels klarer Mehrheitsverhältnisse klappte auch das nicht. 

Nach der Parlamentswahl vom Dezember hat weder das rechte noch das linke Lager eine eigene Mehrheit im Parlament. König Felipe VI. hatte daraufhin Sánchez als neuen Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Nach dessen erneuter Niederlage im Parlament stehen nun neue Verhandlungen zwischen den Parteien an. König Felipe könnte zudem einen neuen Kandidaten beauftragen, um eine Mehrheit zu organisieren. Gelingt dies nicht bis zum 02. Mai, muss eine Neuwahl ausgerufen werden.