Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan will im Grenzgebiet von Syrien und der Türkei eine Stadt für Flüchtlinge errichten. Die Stadt könne mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft errichtet werden, sagte Erdoğan der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

Erdoğan zufolge soll die Stadt eine Fläche von rund 4.500 Quadratkilometern haben. Der türkische Staatschef hat nach eigenen Angaben bereits mit US-Präsident Barack Obama über seinen Plan gesprochen. Diese Verhandlungen haben aber "noch keine Früchte getragen", sagte Erdoğan. Einen genauen Zeitplan für den Bau der Stadt nannte Erdoğan nicht. Die türkische Regierung setzt sich zudem für eine zehn Kilometer lange Schutzzone im Norden Syriens nahe der türkischen Grenze ein.

Erdoğan argumentiert, mit dieser Maßnahme ließe sich die Zahl der Personen, die aus Syrien in die Türkei und nach Europa fliehen, reduzieren. In der Türkei halten sich Schätzungen zufolge rund 2,7 Millionen syrische Flüchtlinge auf. Viele versuchen von dort über Griechenland in die EU zu gelangen. Griechenland ist mit den vielen Menschen zunehmend überfordert.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) fordert von den anderen europäischen Staaten mehr Unterstützung für das Land. "Wenn wir 30.000 von den Flüchtlingen, die sich jetzt in Griechenland stauen, verteilen würden, wäre das eine enorme Entlastung", sagte Schulz dem Tagesspiegel am Sonntag.

Auch die Türkei spielt in dem Plan der EU, die Flüchtlingszahlen zu reduzieren, eine wichtige Rolle. Die EU und die Türkei haben einen Aktionsplan vereinbart. Die EU sagte der Regierung in Ankara darin unter anderem Finanzhilfen in Höhe von drei Milliarden Euro zu. Die Türkei verpflichtete sich im Gegenzug, Flüchtlinge an der Weiterreise in die EU zu hindern. Einen deutlichen Rückgang der Flüchtlingszahlen gab es bislang nicht. Am Montag treffen sich die EU und die Türkei in Brüssel und wollen erneut über den Aktionsplan beraten.