Bild von einer Überwachungskamera, mit dem die belgische Polizei nach dem dritten Attentäter vom Flughafen fahndet. © CCTV/Reuters

Die Attentäter von Brüssel

  • Die belgische Polizei sucht weiterhin nach dem mutmaßlichen dritten Attentäter vom Flughafen. Sie hat ein Fahndungsvideo veröffentlicht. Es zeigt den Verdächtigen in mehreren Durchgängen aus unterschiedlicher Entfernung. Er trägt eine weiße Jacke und einen dunklen Hut. Gesucht wird auch noch nach einem möglichen Helfer des Attentäters in der Metrostation Maelbeek.
  • Zwischenzeitlich war Fayçal C. ins Visier der belgischen Behörden geraten. Am Freitag war er festgenommen worden, die Bundesstaatsanwaltschaft beschuldigte ihn der "Beteiligung an Handlungen einer Terrorgruppe", des terroristischen Mordes und des versuchten terroristischen Mordes. Fälschlicherweise wurde er zudem für den gesuchten Mann mit Hut gehalten. Drei Tage später wurde Fayçal C. entlassen, der Tatverdacht habe sich nicht bestätigt.
  • Die Staatsanwaltschaft hat wegen der "Beteiligung an Handlungen einer Terrorgruppe" Haftbefehl gegen drei Männer beantragt. Es handelt sich um Yassine A., Mohamed B. und Aboubaker O. Sie waren am Sonntag nach Hausdurchsuchungen in Brüssel, Mechelen und Duffel festgenommen worden. Allerdings besteht zwischen den drei Verdächtigen und den Anschlägen offenbar keine direkte Verbindung.
  • Drei Attentäter sind identifiziert: Najim Laachraoui soll die Nagelbomben gebaut und sich am Flughafen selbst in die Luft gesprengt haben. Er soll sich 2013 dem "Islamischen Staat" (IS) angeschlossen haben. Ibrahim El Bakraoui war der zweite Selbstmordattentäter vom Flughafen. Er wurde im Sommer 2015 zwei Mal von türkischen Behörden an der türkisch-syrischen Grenze aufgegriffen und nach Europa zurückgeschickt. Die Türken warnten auch Belgien und die Niederlande davor, dass es sich bei El Bakraoui um einen Terroristen handele. Ibrahims Bruder Khalid El Bakraoui ist der dritte Selbstmordattentäter. Er sprengte sich in der Metrostation Maelbeek in die Luft.

Zusammenhänge zwischen den Attentaten von Paris und Brüssel

  • Ein Bindeglied zwischen der Terrorgruppe von Brüssel und jenen Männern, die am 13. November in Paris 130 Menschen töteten, ist offenbar Salah Abdeslam. Er sollte in Paris am Stade de France eine Bombe zünden, floh jedoch nach Belgien und versteckte sich dort. Am 18. März wurde er im Brüsseler Stadtteil Forest verhaftet.
  • Abdeslams Fingerabdrücke wurden auf einem Wasserglas in einer Wohnung gefunden, die der Brüsseler Attentäter Khalid El Bakraoui gemietet hatte. Khalid El Bakraoui hatte auch eine Wohnung in Charleroi gemietet, die die Attentäter von Paris als Zwischenstation auf ihrem Weg zu den Anschlägen nutzten.
  • Abdeslam wurde im September an der ungarisch-österreichischen Grenze kontrolliert. Im selben Auto saßen Laachraoui (getarnt mit dem falschen Namen Soufiane Kayal) und Mohamed Belkaid. Letzterer gilt als Kopf der europäischen IS-Zellen. Er soll die Pariser Attentäter per Telefon koordiniert haben.
  • Sprengstoff, der die DNA von Laachraoui trägt, wurde nach den Attentaten von Paris gefunden. Es wird vermutet, dass er die Sprengstoffwesten der Paris-Attentäter baute.
  • Am Samstag wurde in Italien der Algerier Djamal Eddine Ouali festgenommen. Er soll für einige der Täter von Brüssel sowie von Paris falsche Pässe hergestellt haben.

Die dritte Terrorgruppe

  • Am Donnerstag nahm die französische Polizei Reda Kriket fest. In seiner Wohnung wurden Waffen und Sprengstoff gefunden. Er soll einen Anschlag geplant haben, der Plan sei in einem "fortgeschrittenen Stadium" gewesen. Dieser vereitelte Anschlag steht nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Attentaten von Paris und Brüssel. Kriket gehörte aber der gleichen belgischen Islamistenzelle an wie der Drahtzieher der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud. Beide waren 2015 in Brüssel in Abwesenheit wegen Mitgliedschaft in einer Dschihadistenzelle verurteilt worden. Abaaoud war nach den Pariser Anschlägen bei einem Polizeieinsatz erschossen worden.
  • Am Freitag nahm die Polizei in Belgien drei Männer fest. Zwei von ihnen, Abderamane A. und Rabah N., werden der "Beteiligung an Handlungen einer Terrorgruppe" beschuldigt. Der 1977 in Algerien geborene Abderamane A. ist den französischen Justizbehörden bekannt: Er war 2005 zu sieben Jahren Gefängnis und einem lebenslangen Einreiseverbot verurteilt worden, weil er 2001 am Mordanschlag auf den bekannten afghanischen Taliban-Gegner Ahmed Schah Massud beteiligt gewesen sein soll.
  • Am Sonntag nahm die niederländische Polizei in Rotterdam einen weiteren Verdächtigen fest: Anis B., einen 32-jährigen Franzosen. Er soll vom "Islamischen Staat" beauftragt worden sein, mit Kriket einen Anschlag in Frankreich zu verüben. Bei den Hausdurchsuchungen in Rotterdam wurden noch drei weitere Verdächtige festgenommen, darunter zwei algerischstämmige Männer im Alter von 43 und 47 Jahren. Zu dem dritten Festgenommenen werden keine Angaben gemacht. In der Wohnung der Verdächtigen wurden Waffen und Sprengstoff gefunden, außerdem Geld, Drogen, Handys und SIM-Karten.