Polizeibeamte konnten laut französischer Regierung durch eine Razzia in Argenteuil einen weiteren Anschlag vereiteln. © Geoffroy Van Der Hasselt/AFP/Getty Images

Der am Donnerstag nahe Paris festgenommene Terrorverdächtige ist nach Angaben aus Polizeikreisen im vergangenen Jahr zusammen mit dem mutmaßlichen Planer der Pariser Attentate verurteilt worden. Reda K. sei im Juli in Brüssel gemeinsam mit Abdelhamid Abaaoud in Abwesenheit wegen Mitgliedschaft in einer Dschihadisten-Zelle schuldig gesprochen worden, wurde aus Kreisen der Ermittler verlautet. Abaaoud war kurz nach den Anschlägen im November mit 130 Toten bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis getötet worden.

Reda K. stehe im Verdacht, eine wichtige Rolle bei der jetzigen Anschlagsplanung gespielt zu haben, heißt es aus Ermittlerkreisen. Er habe sich in einem Terrornetzwerk bewegt, das in Frankreich zuschlagen wollte. Der Festnahme durch den Inlandsgeheimdienst am Donnerstagmorgen seien wochenlange intensive Ermittlungen vorausgegangen. Er soll außerdem Verbindungen zum mutmaßlichen Rädelsführer der Terroranschläge vom 13. November in der französischen Hauptstadt gehabt haben, hieß es aus französischen und belgischen Sicherheitskreisen.

Die französischen Sicherheitsbehörden haben nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve durch die Festnahme ein neues Attentat verhindern können.

Cazeneuve hatte bereits am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache von einer "bedeutende Festnahme" gesprochen, durch die ein im fortgeschrittenen Stadium geplantes Attentat in Frankreich vereitelt wurde. "Kein greifbares Element" verbinde aber "diesen Plan mit den Attentaten von Paris und Brüssel".

Die Wohnung von Reda K. war bei der Razzia durchsucht worden. Dabei sei eine kleinere Menge Sprengstoff gefunden worden. Das Wohngebäude im Pariser Vorort Argenteuil sei geräumt worden.

Brüssel - Die Anschlagserie in Brüssel im Überblick Eine Anschlagserie im Flughafen und in der Metro erschütterte die belgische Hauptstadt Brüssel. Dutzende Menschen wurden getötet, Hunderte zum Teil sehr schwer verletzt.

Cazeneuve betonte, Anti-Terror-Ermittler hätten seit Anfang des Jahres bereits 75 Personen in Frankreich im Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten festgenommen. Gegen 37 seien Anklageverfahren eingeleitet worden.

US-Sicherheitsbehörden berichten von mehreren IS-Terrorplänen in Europa

In Brüssel waren am Dienstag bei Bombenanschlägen am Flughafen und in der U-Bahn-Station Maelbeek mindestens 31 Menschen getötet und rund 300 verletzt worden.

Die Brüsseler Attentäter sollen weitere Verbindungen zu den islamistischen Planern der Anschläge von Paris und Saint-Denis gehabt haben, bei denen am 13. November 130 Menschen ermordet wurden. In Frankreich gilt seitdem der Ausnahmezustand, die Behörden warnen regelmäßig vor einer hohen Bedrohung.

Ein CNN-Bericht scheint diese Warnungen zu stützen: Demnach liegen US-Sicherheitsbehörden Erkenntnisse über weitere Terrorpläne des IS in Europa vor. Eine Auswertung von elektronischer Kommunikation und Aussagen von Informanten deute auf mehrere mögliche Ziele hin, die der IS in den vergangenen Monaten ausgewählt habe, berichtete der Sender unter Berufung auf Sicherheitskreise in den USA. Die Rede war von Plänen in unterschiedlichen Stadien mit mehreren Anschlagszielen.