Präsidentschaftsbewerber Marco Rubio bei einem Besuch in Puerto Rico kurz vor seinem Sieg © AP Photo/Paul Sancya

Senator Marco Rubio hat die Vorwahl der US-Republikaner am Sonntag in Puerto Rico für sich entschieden. Der 44-Jährige wird dank eines deutlichen Vorsprungs aller Voraussicht nach alle 23 Delegiertenstimmen des US-Außengebietes in der Karibik gewinnen. Sein Gesamtrückstand auf Donald Trump und Ted Cruz ist allerdings weiterhin deutlich. Bei den Demokraten siegte Bernie Sanders vor Hillary Clinton im US-Bundesstaat Maine.

Für Rubio war es nach Minnesota am Super Tuesday erst der zweite Vorwahlsieg. Am Samstag war der Sohn kubanischer Einwanderer in den Staaten Louisiana, Kentucky, Kansas und Maine leer ausgegangen. Daraufhin legten ihm seine Konkurrenten den Rückzug aus dem Kandidatenrennen nahe.

In Puerto Rico erhält derjenige Bewerber alle 23 zu vergebenden Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Juli, der mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen gewinnt. Schafft kein Bewerber die absolute Mehrheit, werden die Delegierten proportional unter den Kandidaten mit mehr als 20 Prozent der Stimmen verteilt. Zudem gibt es auf Puerto Rico drei Superdelegierte, die unabhängig vom Wahlausgang abstimmen dürfen. Alle drei haben sich für Rubio ausgesprochen.

Erste Stimmenauszählungen zeigten einen deutlichen Vorsprung für den als moderat geltenden Kandidaten, dessen Anhänger sich Lösungen für die wirtschaftlichen Probleme auf ihrer Insel erhoffen. Nachdem knapp die Hälfte der Wahlzettel ausgezählt war, kam Rubio auf 19.224 Stimmen, während Trump bei 3.533 und Cruz bei 2.233 lagen.

US-Vorwahlen - Cruz und Sanders wahren ihre Chancen Bei den US-Vorwahlen konnten Bernie Sanders und Ted Cruz punkten. Bei den Demokraten führt insgesamt weiterhin Hillary Clinton, bei den Republikanern Donald Trump.

"Die lateinamerikanische Stimme ist wichtig"

"Die Zahlen sind überwältigend", stellte die Chefin der Republikanischen Partei Puerto Ricos, Jenniffer González, fest. "Die Vorwahl in Puerto Rico (...) wird demonstrieren, dass die lateinamerikanische Stimme wichtig ist." Die Einwohner Puerto Ricos dürfen an den Vorwahlen teilnehmen, nicht aber an der eigentlichen Präsidentschaftswahl im November.

Insgesamt liegt Rubio weiterhin deutlich hinter Trump und Cruz: Während der Milliardär bislang 384 Delegierte hinter sich vereinen konnte, liegt der texanische Senator bei genau 300. Rubio kommt bislang auf 151 Delegiertenstimmen, John Kasich auf 37. Insgesamt werden 1.237 Stimmen für die Nominierung der Republikaner benötigt. 

Bernie Sanders macht in Maine Boden gut

Nach zwei von drei Vorwahlsiegen am Samstag gewann Sanders am Sonntag erneut: Nach Angaben mehrerer US-Fernsehsender schlug er die frühere First Lady am Sonntag im Bundesstaat Maine mit deutlichem Vorsprung. Demnach lag er nach Auszählung von rund 80 Prozent der Stimmen mit 64 zu 36 Prozent vor seiner Rivalin.

Am Samstag hatte der 74-jährige Senator aus Vermont die innerparteiliche Kandidatenkür in Nebraska und Kansas für sich entscheiden können. Clinton gewann allerdings in Louisiana und führt insgesamt weiter deutlich vor Sanders. Die Vorentscheidung dürfte in beiden Parteien am 15. März fallen. Dann geht es um die Schlüsselstaaten Florida und Ohio sowie Illinois, Missouri und North Carolina.

Bei ihrer Wahlkampfdebatte in Flint lieferten sich Clinton und Sanders am Sonntag den üblichen Schlagabtausch, zeigten aber in einem Punkt seltene Einigkeit. Beide forderten den Rücktritt des Republikaners Rick Snyder, der als Gouverneur des Bundesstaats Michigan die Verantwortung für den Trinkwasserskandal in der 100.000-Einwohner-Stadt trage.

Bei Kindern in Flint waren deutlich erhöhte Bleiwerte festgestellt worden, viele Einwohner klagen über Hautausschlag, Erbrechen und Haarausfall. Hintergrund der Vergiftungen sind Sparmaßnahmen, die im Jahr 2011 eingeleitet wurden, um die städtischen Finanzen von Flint zu sanieren. Die Stadtverwaltung begann im April 2014 damit, Wasser aus dem Flint-Fluss zur Trinkwasseraufbereitung zu nutzen. Zuvor war Trinkwasser aus Detroit bezogen worden. Laut einer Klage von Bürgerrechtlern genehmigte die Umweltbehörde des Staates Michigan den Schritt, obwohl die Kläranlage der Stadt das Flusswasser nicht entsprechend den Trinkwasservorschriften aufbereiten kann.

Arnold Schwarzenegger unterstützt Republikaner Kasich

Der frühere Schauspieler und Exgouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, machte sich am Sonntag in einem gemeinsamen Auftritt für den abgeschlagenen John Kasich als Spitzenkandidaten der Konservativen stark. Kasich konnte keine der bisherigen 20 republikanischen Vorwahlen für sich entscheiden. Wenn er am 15. März nicht in seinem Heimatstaat siegt, kann er einpacken.

Schwarzenegger pries Kasichs Verdienste unter anderem als langjähriger Kongressabgeordneter in Washington. "Kasich hat einigen wichtigen Leuten in den Hintern getreten", zitierte die New York Times Schwarzenegger. "In Washington war er ein Actionheld."

Kurz erklärt - So funktionieren die US-Wahlen Iowa hat am 1. Februar als erster US-Bundesstaat über die Präsidentschaftsbewerber von Demokraten und Republikanern abgestimmt. Doch der Weg vom Vorwahlauftakt im Mittleren Westen bis zum entscheidenden Duell um das Weiße Haus ist noch lang.