Donald Trump © Carlo Allegri/Reuters

Nach der Debatte in Florida am vergangenen Donnerstag fiel vielen US-Medien vor allem eines auf: Donald Trump, schrieben die Kommentatoren von New York bis Los Angeles, habe "präsidentialer" geklungen – eben weniger wuchtig, weniger profan als in den vorherigen Runden. Ganz von ungefähr kommt diese Wandlung nicht. Zwar ist der Weg bis ins Oval Office noch immer weit, auf beiden Seiten. Aber die Vorwahlen am heutigen Dienstag könnten eine Vorentscheidung darüber bringen, ob Trump sich tatsächlich die Nominierung seiner Partei sichern kann. Insgesamt sind in Florida, Ohio, Illinois, Missouri und North Carolina mehr als 1.000 Delegierte zu verteilen.

Was wird bei den Republikanern wichtig?

Die Aufmerksamkeit richtet sich bei den Republikanern vor allem auf Florida und Ohio. Erstmals erhält ein Kandidat dort mit einem Sieg an diesem Dienstag sämtliche Delegierte – in Florida sind es 99, in Ohio 66. Und die Grand Old Party tut gerade alles, um dort eine vorzeitige Entscheidung zugunsten von Trump zu verhindern.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der frühere Präsidentschaftskandidat Mitt Romney in seinem Anti-Trump-Auftritt die Republikaner aufgefordert, in Ohio für John Kasich und in Florida für Marco Rubio zu stimmen – und so die Chancen zu erhöhen, Trump die Delegierten abzujagen. Selbst Marco Rubio legte seinen Unterstützern nahe, in Ohio doch lieber für Kasich zu stimmen. Sollte die Strategie aufgehen und Trump beide Staaten verlieren, liefe es wohl auf eine brokered convention hinaus: Der Kandidat stünde erst nach einer Entscheidung auf dem Parteitag im Juli fest, weil bis dahin niemand die Mehrheit der Delegierten hinter sich versammeln könnte.

Gewinnt Trump dagegen sowohl Ohio als auch Florida, wächst sein Vorsprung vor Ted Cruz von weniger als 100 auf über 300 Delegierte an. Er müsste dann nur noch 52 Prozent der verbliebenen Delegierten gewinnen, um sich die nötigen 1.237 Delegierten für die Nominierung zu sichern. Sie Trump zu verweigern, ließe sich nach einem Doppelsieg heute kaum noch rechtfertigen.

Sollte er Florida gewinnen, Ohio aber verlieren – was als zweitwahrscheinlichstes Szenario gilt – hätte Trump einen Vorsprung von etwas mehr als 200 Delegierten. Er müsste 59 Prozent der verbliebenen Delegierten gewinnen, um sich vor dem Parteitag die nötigen Stimmen zu sichern. Das ist zwar schwieriger, aber nicht ausgeschlossen, denn die verbliebenen Staaten spielen ihm stärker in die Hände als Cruz.

Gelingt es Marco Rubio nicht, die Vorwahlen in seinem Heimatstaat Florida zu gewinnen und sich die 99 Delegierten zu sichern, wäre es das Aus für seine Kandidatur – zumal er schon in den letzten Vorwahlen in Michigan, Mississippi und Idaho nicht einen einzigen Delegierten bekommen hatte. Sein Rückzug könnte Cruz (oder Kasich) stärken.

US-Vorwahlkampf - Trump hofft beim Super Tuesday II auf Vorentscheidung Als besonders wichtig gelten die Abstimmungen in Florida und Ohio. Anders als bei den meisten Vorwahlen werden die Delegierten hier komplett an den Sieger vergeben.