Senator Bernie Sanders hat die Vorwahlen der US-Demokraten in den Staaten Alaska, Washington und Hawaii gewonnen. Demnach führte er in Alaska nach Auszählung aller Stimmen mit 81,6 Prozent. Die frühere Außenministerin Hillary Clinton, die eigentliche Favoritin im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, kam hier nur auf 18,4 Prozent. Im Staat Washington an der Westküste liegt Sanders mit rund 73 zu 27 Prozent vorn, wie unter anderem der Sender CNN berichtete. In Hawaii konnte er 70,6 Prozent der Stimmen gewinnen.

Mit den beiden Siegen in Alaska und Washington gewann Sanders mindestens 36 Wahlmännerstimmen und kann so den großen Abstand zu seiner Rivalin etwas verkürzen. Allerdings konnte Clinton elf Delegiertenstimmen auf sich verbuchen und hat somit auch nach der neuesten Auszählung klar die Nase vorn. Bisher hat sie 1.234 Wählmänner und Wahlfrauen, Sanders 956.

Noch höher fällt Clintons Vorsprung aus, wenn man die sogenannten Superdelegierten hinzuzählt, die frei zwischen den Kandidaten entscheiden können: Danach verfügt sie über mindestens 1.704 und Sanders über mindestens 985. Um Präsidentschaftskandidat zu werden, müsste der linke Politiker bis Juni mehr als 67 Prozent der verbleibenden Delegierten und ungebundenen Superdelegierten gewinnen. Für die Nominierung zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten sind bei den Demokraten insgesamt 2.383 Delegierte nötig.

Bereits vor der Verkündung der Ergebnisse gab sich Sanders kämpferisch und forderte vor seinen Anhängern nichts weniger als eine "politische Revolution". "Historisch gesehen vollzieht sich echter Wandel immer von unten, wenn Millionen Menschen zusammen kommen", sagte er und verwies darauf, dass er laut Umfragen bei der Präsidentschaftswahl gegen einen möglichen republikanischen Kandidaten Donald Trump sogar besser abschneiden werde als Clinton.

Diese konzentriert sich angesichts ihres Vorsprungs offenbar schon auf den Präsidentschaftswahlkampf vor der eigentlichen Wahl  im November. Am Mittwoch hielt sie mit Blick auf die Brüsseler Anschläge eine Rede zum Kampf gegen den Terrorismus und griff dabei die aussichtsreichsten republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und Ted Cruz wiederholt scharf an.

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