Michael Bloomberg wird nicht neben Republikanern und Demokraten in das US-Präsidentschaftsrennen einsteigen. "Wenn ich mir alle Daten anschaue, ist mir klar, dass ich nicht gewinnen kann", schrieb der 74-jährige Milliardär in einem Editorial auf der Seite BloombergView seines Unternehmens.

Seine Kandidatur könne dazu führen, dass Donald Trump oder Ted Cruz gewählt würden, erklärte Bloomberg. "Das ist ein Risiko, das ich nicht eingehen kann." Der Immobilienmagnat betreibe "die am stärksten spaltende und demagogische Präsidentschaftskampagne", an die er sich erinnern könne, sagte er. Trump beute die Vorurteile und Ängste der Menschen aus. Cruz' Rhetorik in der Einwanderungspolitik sei zwar nicht so hetzerisch wie diejenige von Trump, aber genauso extrem.

Bloomberg hatte kürzlich gesagt, er empfinde das Niveau der Wahlkampfdebatten als "Skandal und Beleidigung der Wähler". Das amerikanische Volk habe Besseres verdient. Deshalb denke er über eine Kandidatur nach. Umfragen hatten zuletzt jedoch wenig Rückhalt für den 74-Jährigen gezeigt.

Bloomberg will Clinton nicht im Weg stehen

Aus dem Umfeld Bloombergs wurde bekannt, er habe geglaubt, dass durch die Dominanz von Trump bei den Republikanern und dem Aufstieg von Bernie Sanders bei den Demokraten eine Möglichkeit für eine nicht-ideologische, pragmatische Kampagne entstanden sei. Durch ihre jüngsten Erfolge habe Hillary Clinton jedoch eine klare Führung auf der demokratischen Seite inne, was Bloombergs möglichen Weg blockiere, sagten Berater des Exbürgermeisters.

Es war nach 2008 und 2012 das dritte und voraussichtlich letzte Mal, dass Bloomberg mit einer Bewerbung aufs höchste Amt der USA liebäugelte. Unter New Yorker Geschäftsleuten hatte die Idee Anklang gefunden. Er war jedoch stets zu der Überzeugung gelangt, dass er keine Siegesaussichten habe. Tatsächlich hat es bislang noch nie ein unabhängiger Bewerber ins Weiße Haus geschafft.

Bloomberg war wenige Monate nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zum New Yorker Bürgermeister ernannt worden. Er war zunächst Demokrat, dann wurde er Republikaner. Seit 2007 ist er parteilos. Mit einem geschätzten Vermögen von 38 Milliarden Dollar zählt er zu den reichsten Bürgern der USA.